English [en]   Deutsch [de]   español [es]   français [fr]   italiano [it]  

Dieses Werk ist eine Übersetzung aus dem Englischen.

Freie universelle Enzyklopädie und Wissensquelle

Enzyklopädie

Projektankündigung

von Richard Stallman

Das weltweite Internet hat das Potential sich zu einer universellen Enzyklopädie zu entwickeln, die alle Bereiche des Wissens abdeckt, mitsamt einer vollständigen Kursbibliothek. Dazu sind keine großen Anstrengungen nötig, sofern nichts dazwischen kommt. Aber es gibt Unternehmen, die jetzt mobilisieren das Ganze in eine andere Richtung zu leiten ‑ eine, in der sie den Zugang zu Lernmaterialien kontrollieren und beschränken können, um denen Geld aus der Tasche zu ziehen, die lernen wollen.

Deshalb müssen wir jetzt sicherstellen, dass sich das Internet in Richtung des besten und natürlichsten Ergebnisses entwickelt, wo es zu einer freien Enzyklopädie wird. Wir müssen die vorsätzliche Inbesitznahme enzyklopädischer und pädagogischer Informationen verhindern. Unternehmen können wir zwar nicht davon abhalten, die von ihnen bereitgestellten Informationen zu beschränken. Aber wir können eine Alternative auf die Beine stellen. Wir müssen eine Bewegung zum Erstellen einer universellen freien Enzyklopädie ähnlich der Freie-Software-Bewegung in Gang setzen, die das Freie-Software-Betriebssystem GNU/Linux schuf. Diese freie Enzyklopädie wird eine Alternative zu restriktiven Lexika von Medienkonzernen sein

Der übrige Artikel legt dar, wie eine freie Enzyklopädie beschaffen sein muss, welche Freiheiten sie der Allgemeinheit gewähren muss und wie wir mit deren Entwicklung beginnen können.

Eine Enzyklopädie, die überall zuhause ist.

In der Vergangenheit wurden Enzyklopädien zentralisiert unter Regie jeweils einer einzelnen Organisation geschrieben und publiziert, die alle Entscheidungen über deren „Inhalte“ (genauer Texte und eingebundene Mediendateien wie etwa Bilder oder Videos) traf. Die Entwicklung und Publikation der freien Enzyklopädie auf solche Weise würde keinen Sinn machen ‑ das passt schwerlich mit der Natur des weltweiten Netzes und den verfügbaren Ressourcen zum Schreiben der Enzyklopädie zusammen.

Die freie Enzyklopädie wird örtlich ungebunden sein. Sie wird aus allen Internetseiten bestehen, die geeignete Themen abdecken und in geeigneter Weise verfügbar gemacht worden sind. Diese Seiten werden auf eine dezentrale Weise von Tausenden von Mitwirkenden erstellt, die unabhängig voneinander Artikel verfassen und diese an verschiedenste Internetserver senden. Keine Organisation wird verantwortlich sein, denn solche Zentralisierung wäre mit dezentralem Fortschritt unvereinbar.

Wer wird die Enzyklopädie schreiben?

Jedermann ist grundsätzlich willkommen Artikel für die Enzyklopädie beizutragen. Wenn wir aber die Hände nach helfenden Personen ausstrecken, ist der vielversprechendste Ort unter der Lehrer- und Schülerschaft zu gucken. Lehrkräfte lehren im Allgemeinen gerne, und einmal im Jahr einen Artikel für die Enzyklopädie zu schreiben wäre eine angenehme Abwechslung gegenüber ihren Pflichten in der Klasse oder im Hörsaal. Eine von der Schülerschaft geschriebene Schulzeitung könnte zu einem enzyklopädischen Artikel werden, wenn besonders gut gelungen.

Kleine Schritte führen zum Erfolg.

Ist ein Projekt begeisternd, ist es leicht sich einen bedeutenden zu leistenden Beitrag vorzustellen, sich zu übernehmen und letztlich mit leeren Händen dazustehen.

Deshalb ist es wichtig, dass wir besonders kleinere Beiträge begrüßen und dazu ermutigen. Ein Lehrbuch für das Material eines ganzen Semesters zu schreiben ist harte Arbeit, und nur wenige Lehrkräfte werden soviel beitragen können. Aber ein Thema für eine Unterrichtsstunde aufzubereiten sollte vielen möglich sein. Viele dieser kleinen Beiträge zusammen reichen letztendlich aus, um ein ganzes Wissensgebiet abzudecken.

Langfristig denken.

Die Erstellung dieser Enzyklopädie ist eine große Aufgabe und nicht innerhalb eines Jahres zu bewerkstelligen. Selbst wenn es 20 Jahre dauert um die freie Enzyklopädie fertigzustellen, so ist dass immer noch nur ein kurzer Augenblick in der Geschichte der Literatur und Zivilisation.

Bei Projekten wie diesem ist der Fortschritt im Allgemeinen in den ersten paar Jahren gering. Dann geht es schneller, da die bis dahin erreichten Ergebnisse immer mehr und mehr überzeugen mitzumachen. Schließlich gibt es einen lawinenartigen Fortschritt. Deshalb sollten wir uns nicht entmutigen lassen, wenn es in den ersten Jahren langsam voran geht. Sinnvoller ist es, die ersten Ergebnisse vorzuzeigen, damit man sich vorstellen kann wie das Ganze funktionieren soll, und das Interesse am langfristigen Ziel zu verbreiten sowie andere anzuregen mitzumachen.

Das heißt die eigentliche Arbeit wird es sein, vor allem in den Anfangsjahren, weiter unbeirrt auf dem richtigen Weg zu bleiben. Gerade wegen des Umfangs der Aufgabe müssen wir auf der Hut sein unsere Ansprüche auf ein weniger nützliches, weniger idealistisches Ziel herabzuschrauben. Anstatt unsere anfänglichen Schritte mit der Größe der Gesamtaufgabe zu vergleichen, sollten wir sie als Beispiele und Vorbilder ansehen und darauf vertrauen, dass sie eine wachsende Zahl Mitwirkender inspirieren werden sich anzuschließen und die Aufgabe fertigzustellen.

Werben und überzeugen.

Wir hoffen, dass sich Lehrkräfte und Schülerschaft an vielen Hochschulen auf der ganzen Welt mit Beiträgen an der freien Enzyklopädie beteiligen werden. Dies sollten wir aber nicht dem Zufall überlassen. Es gibt bereits vereinzelte Beispiele dessen, was getan werden kann. Wir wollen diese Beispiele systematisch der akademischen Gemeinschaft präsentieren, die Vision einer freien universellen Enzyklopädie zeigen und andere einladen sich ihr schreibend anzuschließen.

Was sollte die freie Enzyklopädie enthalten?

Die freie Enzyklopädie sollte schließlich zum Ziel haben, einen oder mehrere Artikel zu jeglichem Thema zu enthalten, den man in einer anderen Enzyklopädie zu finden erwarten würde. Außerdem, da es praktisch keine im Internet befindliche Grenze an enzyklopädischem Material gibt, sollte diese schließlich auch fortgeschrittenere und spezialisiertere Themen umfassen, wie man sie auch in einer Enzyklopädie der Physik, der Medizin, der Forstwirtschaft oder des Kochens erwarten würde. Es könnte sogar noch weiter gehen. Beispielsweise könnten Ornithologen Artikel zu jeder Vogelart mit Bildern und Aufnahmen ihrer Laute beitragen.

Jedoch gehören nur einige Arten von Information in eine Enzyklopädie. Beispielsweise gehören wissenschaftliche Fachbeiträge, detaillierte statistische Datenbanken, Zeitungsberichte, Romane und Kunstwerke, ausführliche Bibliographien und Handelskataloge, so nützlich diese auch sein mögen, nicht in eine Enzyklopädie (einige der Artikel könnten jedoch hilfreiche Verweise auf solche Werke enthalten).

Kurse als Bestandteil der Wissensquelle sind eine Verallgemeinerung des Konzeptes des Hypertext für Lehrbücher und werden genutzt, um sich ein Thema selbst zu erarbeiten oder um Klassen zu unterrichten. Letztendlich sollen Kurse für alle akademischen Themen enthalten sein, von Mathematik bis Kunstgeschichte, und auch praktische Themen wie Gartenbau, jedenfalls solange es sinnvoll ist (einige praktische Themen, wie der Massage oder in einem Orchester zu musizieren, dürften aus einem Buch ohne Kursleiter nur schwer zu erlernen sein und wären wohl weniger nützlich). Sie sollte nützliche Themen auf allen Niveaus abdecken, die sich in einigen Fällen möglicherweise von der ersten Klasse über den Schulabschluss bis hin zum Examen und weiter erstrecken könnten.

Ein nützlicher enzyklopädischer Artikel geht ein bestimmtes Thema auf eine besondere Ebene an, und jeder Autor trägt hauptsächlich dadurch bei, indem sich auf ein Bereich konzentriert wird bei dem man sich auskennt. Aber während wir dies tun, sollten wir immer die Vision einer freien Enzyklopädie mit universellem Inhalt im Hinterkopf behalten ‑ so dass wir jeden Versuch künstlicher Grenzen am Umfang oder freien Status der Enzyklopädie wirkungsvoll zurückweisen können.

Kriterien, die die Einträge erfüllen müssen.

Damit sichergestellt ist, dass diese freie Enzyklopädie wirklich eine freie und allgemeine Enzyklopädie ist, haben wir Kriterien zur Freiheit entwickeln, die von den Artikeln und Kursen eingehalten werden müssen.

Konventionelle von Unternehmen wie Microsoft veröffentlichte unfreie Enzyklopädien werden gewiss früher oder später im Internet verfügbar gemacht werden ‑ aber man wird wahrscheinlich dafür bezahlen müssen, um einen Artikel lesen zu können, und sicherlich nicht weiterverteilen dürfen. Wenn wir mit Wissen als Ware einverstanden sind, nur über eine rechnergestützte Bürokratie zugänglich, dann können wir es einfach durch Firmen verbreiten lassen.

Aber, wenn wir menschliches Wissen offen und für die Menschheit frei verfügbar anbieten wollen, müssen wir die Arbeit machen, um es auch auf diesem Weg verfügbar zu machen. Wir müssen eine freie Enzyklopädie schreiben ‑ dazu haben wir zuallererst die richtige Interpretation für frei für eine Enzyklopädie im Internet zu bestimmen. Wir müssen entscheiden, welchen Kriterien von Freiheit eine freie Enzyklopädie und eine freie Wissensquelle entsprechen sollten.

Allgemeinen Zugriff erlauben.

Die freie Enzyklopädie sollte für den öffentlichen Zugang durch jedermann offenstehen, der auf das Internet zugreifen kann. Diejenigen, die versuchen die Kontrolle über Bildungsmaterialien zu gewinnen, um davon durch Beschränkung des Zugangs profitieren zu können, werden uns drängen einen „Kompromiss“ als Gegenleistung für ihre Beteiligung einzugehen. Wir müssen standhaft bleiben und jeden Handel zurückweisen, der widersprüchlich zum endgültigen Ziel ist. Wir sind nicht in Eile, und es macht keinen Sinn, einige Jahre früher, dafür aber an der falschen Stelle anzukommen.

Spiegelung im Internet erlauben.

Wenn Informationen im Internet nur über eine einzelne Präsenz verfügbar sind, ist die Verfügbarkeit anfällig. Ein örtliches Problem ‑ ein Rechnerausfall, ein Erdbeben oder Hochwasser, eine Budgetkürzung, eine Änderung in der Politik der Schulverwaltung ‑ könnte den Zugang für jeden und für alle Ewigkeit abschneiden. Um vor Verlust von enzyklopädischen Material zu schützen, muss sichergestellt werden, dass jedes von auf vielen Präsenzen im Internet verfügbare Informationsstückchen verfügbar ist und neue Kopien erstellt werden können, wenn manche verschwinden.

Es besteht kein Grund eine Organisation oder eine Bürokratie ins Leben zu rufen, denn Internetbenutzer legen gerne „Spiegel-Seiten“, Kopien interessanter Internetseiten, an. Wir müssen aber schon im Vorfeld sicherstellen, das dies rechtlich erlaubt ist.

Daher sollte jeder enzyklopädische Artikel und Kurs explizit die unwiderrufliche Erlaubnis gewähren, dass jedermann wortgetreue Kopien auf Spiegelseiten verfügbar machen kann. Diese Erlaubnis sollte eine der Grundprinzipien der freien Enzyklopädie sein.

Irgendwann wird es vielleicht systematische Anstrengungen geben sicherzustellen, dass jeder Artikel und Kurs in vielen Kopien existiert ‑ etwa mindestens einmal auf jedem der sechs bewohnten Erdteile. Das wäre eine natürliche Erweiterung des Archivierungsauftrages, den Bibliotheken heutzutage ausführen. Aber es wäre verfrüht jetzt schon dafür weitergehende Pläne zu schmieden. Zunächst ist es ausreichend sicherzustellen, dass man die Berechtigung für diese Spiegelung hat, wenn man sie denn machen möchte.

Übersetzungen erlauben.

Es gibt in jeder Sprache Bedarf für enzyklopädisches Material zu allen möglichen Themen. Die Hauptsprache des Internets ‑ wie die Welt des Handels und der Wissenschaft heute ‑ ist Englisch. Es ist zu erwarten, dass weit mehr Enzyklopädie-Beiträge auf Englisch als in anderen Sprachen verfasst werden und dass eine Vollständigkeit der Enzyklopädie zuerst auf Englisch erreicht wird.

Zu versuchen diese Tendenz zu bekämpfen, wäre kontraproduktiv. Der leichte Weg, die Enzyklopädie in allen Sprachen verfügbar zu machen, ist jemanden zu ermutigen etwas zu übersetzen, was jemand anderes geschrieben hat. So kann jeder Artikel in viele Sprachen übersetzt werden.

Wenn dies aber eine explizite Erlaubnis erfordert, wird es zu schwierig sein. Deshalb müssen wir eine Grundregel übernehmen, dass jedermann erlaubt wird, von jedem Artikel oder Kurs eine genaue Übersetzung mit korrektem Herkunftshinweis zu veröffentlichen. Jeder Artikel und jeder Kurs sollte eine Erklärung tragen, die die Erlaubnis für Übersetzungen erteilt.

Um die Genauigkeit der Übersetzung sicherzustellen, sollte sich der Autor des Originals das Recht vorbehalten, auf Korrekturen in einer Übersetzung zu bestehen. Möglicherweise sollte der Übersetzer dem Autor eine angemessene Zeit (vielleicht 3 Monate) geben, dies zu tun, bevor er die Übersetzung veröffentlicht. Auch danach sollte der Übersetzer Korrekturen auf Anfrage des Autors vornehmen, wann immer er darum bittet.

Im Laufe der Zeit, wenn sich die Anzahl der Personen erhöht, die sich mit Aktivitäten rund um die freie Enzyklopädie beteiligen, können Mitwirkende Qualitätszirkel für verschiedene Sprachen bilden, die die Genauigkeit von Übersetzungen in jene Sprachen sicherstellen. Ein Autor könnte dann einen solchen Qualitätszirkel wählen, um eine bestimmte Übersetzung eines bestimmten Werkes überprüfen und korrigieren zu lassen. Es kann sinnvoll sein, Qualitätszirkel und tatsächliche Übersetzer zu trennen, so dass jede Übersetzung von jemand anderem als dem Übersetzer überprüft wird.

Zitate mit Namensnennung erlauben.

Jeder Enzyklopädieartikel oder -kurs sollte jedermann erlauben, beliebige Teile in einem anderen Enzyklopädieartikel oder -kurs zitieren zu dürfen, sofern mit Namensnennung versehen. Das macht es möglich auf dem Werk anderer aufzubauen, ohne die Notwendigkeit es völlig ersetzen zu müssen.

Verschiedene Autoren können ‑ wenn sie das Bedürfnis haben ‑ unterschiedliche Regeln darüber aufstellen, wie eine korrekte Namensnennung aussehen muss. Solange die Regeln für ein bestimmtes Werk nicht unangemessen oder unpraktikabel sind, werden sie kein Problem verursachen.

Modifizierte Versionen von Kursen erlauben.

Kurse müssen sich weiterentwickeln, und die Originalautoren werden nicht ewig an ihnen arbeiten. Lehrkräfte wollen außerdem die Kursmaterialien an ihre eigenen Lehrpläne und -methoden anpassen. Da Kurse typischerweise umfangreich sind (möglicherweise wie ein Lehrbuch heute), wäre es eine untragbar verschwenderisch, Lehrkräften zu sagen: „Schreibt eure eigenen Kurse von Grund auf neu, wenn ihr etwas verändern wollt."

Deshalb muss erlaubt sein, einen vorhandenen Kurs zu modifizieren. Jeder Kurs sollte eine Aussage enthalten, die eine modifizierte Version erlaubt zu veröffentlichen.

Es hat Bedeutung, zu verlangen, dass modifizierte Versionen die richtige Namensnennung des Autors oder der Autoren der Vorversion tragen und eindeutig als modifiziert bezeichnet werden, damit es kein Durcheinander gibt, wessen Ansichten sie darstellen.

Die GNU Free Documentation License wäre eine gute für Kurse zu verwendende Lizenz.

Modifizierte Versionen von Bildern und Videos für Kurse erlauben.

Bilder und Videos, sowohl gezeichnete als auch fotografierte, spielen in vielen Kursen eine wichtige Rolle. Diese Bilder und Videos zu modifizieren, kann pädagogisch nützlich sein. Beispielsweise kann ein Bildausschnitt benutzt werden, um das Augenmerk auf ein bestimmtes Merkmal zu lenken oder bestimmte Bereiche hervorheben oder beschriften. Falsche Farben können bestimmte Aspekte leichter erfassbar machen. Bildverbesserung ist auch möglich.

Weiterhin kann eine geänderte Version eines Bildes unterschiedliche aber verwandte Theorien illustrieren. Man startet mit einem nützlichen Diagramm für einen geometrischen Lehrsatz und fügt etwas hinzu, um ein Diagramm zu haben, dass sich auf einen anderen Lehrsatz bezieht.

Die Erlaubnis, Bilder und Videos zu modifizieren, ist besonders deshalb wichtig, da die Alternative, eigene Bilder oder Videos neu herzustellen, oft sehr aufwändig ist. Es ist nicht so fürchterlich aufwändig, einen eigenen Text zu verfassen, um seine eigene Sicht darzustellen, aber dasselbe mit einem Bild zu machen, ist nicht möglich.

Natürlich sollen modifizierte Versionen von Bildern und Videos als modifiziert bezeichnet werden, um Fehlzuschreibungen zu verhindern, auch dürfen Verweise auf das Original nicht fehlen.

In die Enzyklopädie gehört nur Freie Software.

Artikel und vor allem Kurse beinhalten oft Software ‑ etwa um eine Simulation einer chemischen Reaktion zu zeigen oder lehrt wie oft man eine Soße umrührt, damit sie nicht anbrennt. Damit sicher gestellt ist, dass die Enzyklopädie tatsächlich frei ist, sollten alle Programme die Freie-Software-Definition und Open-Source-Software-Definition erfüllen.

Keine zentrale Überwachung.

Oft wird vorgeschlagen, dass Qualitätskontrolle für eine Enzyklopädie wesentlich sei und gefragt, welche Art von Verwaltungsrat entscheidet, welche Artikel als Teil der freien Enzyklopädie akzeptiert werden. Die Antwort ist: niemand. Wir können uns nicht leisten, irgendjemanden eine solche Kontrolle haben zu lassen.

Wenn die freie Enzyklopädie ein Erfolg ist, wird sie so allgegenwärtig und wichtig, dass wir es uns nicht erlauben können irgendeine Organisation entscheiden zu lassen, was darin aufgenommen wird. Diese Organisation würde viel zu viel Macht haben. Man würde versuchen sie zu politisieren oder zu korrumpieren, und es könnte leicht gelingen.

Die einzige Lösung für dieses Problem ist, keine solche Organisation zu haben und die Vorstellung von einer zentralisierten Qualitätskontrolle zurückzuweisen. Stattdessen sollten wir jeden entscheiden lassen. Wenn eine Internetseite über ein geeignetes Thema handelt und den Kriterien für einen Artikel entspricht, dann können wir sie als einen Artikel betrachten. Entspricht eine Seite den Kriterien für eine Kurs, dann können wir sie als einen Kurs betrachten.

Aber was, wenn einige Seiten fehlerhaft oder sogar irreführend sind? Wir können nicht davon ausgehen, dass dies nicht passieren wird. Aber die Abhilfe besteht darin, dass andere auf den Fehler im Artikel hinweisen. Statt „Qualitätskontrolle“ durch eine privilegierte Organisation werden wir Rezension durch verschiedene Gruppen haben, die sich durch ihre eigenen Richtlinien und Handlungen Respekt verdienen werden. In einer Welt, in der niemand unfehlbar ist, ist dies das Beste, das wir tun können.

Begutachtung und Befürwortung fördern.

Es wird keine einzelne verantwortliche Organisation geben, was in die Enzyklopädie oder Lernressource einzubeziehen ist, niemanden geben, der Einfluss nehmen kann die „Schöpfungswissenschaft“ oder die Leugnung des Holocaust auszuschließen (oder aus dem gleichen Grund Interessengruppen vertreten, um die Evolution oder Geschichte der Nazi-Vernichtungslager auszuschließen). Wo es Kontroversen gibt, werden mehrere Ansichten vertreten sein. Also wird es für Leserinnen und Leser hilfreich sein, wenn man erkennen kann, wer einen bestimmten Artikel bzw. Artikelversion eines Themas befürwortet oder rezensiert hat.

In Fachgebieten wie Naturwissenschaft, Technik und Geschichte gibt es formelle Standards der gegenseitigen Rezension. Wir sollten Autoren von Artikeln und Kursen zu gegenseitigen Rezension ermutigen, sowohl durch vorhandene formelle wissenschaftliche Mechanismen als auch durch den informellen Mechanismus, anerkannte Persönlichkeiten im entsprechenden Fachgebiet um Erlaubnis dafür zu bitten, ihre Befürwortung im Artikel oder Kurs anführen zu dürfen.

Eine Befürwortung per gegenseitiger Rezension gilt nur für eine bestimmte Version eines Werkes, nicht für davon abweichende. Deshalb sollte von jedermann, der eine modifizierte Version des Kurses veröffentlicht, verlangt werden die Befürwortung zu entfernen, sofern ein Kurs per gegenseitiger Rezension befürwortet wurde (der Autor der modifizierten Version stünde frei, neue Befürwortungen für diese Version zu suchen).

Kein Verzeichnis, noch nicht.

Wenn die Enzyklopädie weit verbreitet ist, werden Verzeichnisse sehr wichtig sein. Aber wir sollten nicht versuchen das Problem der Katalogisierung bereits jetzt anzugehen, denn das wäre verfrüht. Was wir dieses Jahr und für die kommenden Jahre brauchen, ist Artikel zu schreiben. Sobald wir diese haben, sobald wir es eine große Anzahl von Freiwilligen gibt, die eine große Anzahl von Artikeln verfassen, wird das die Zeit sein, sie zu katalogisieren. Zu jener Zeit werden sich genug Menschen für die Enzyklopädie interessieren, um das Arbeitspotential bereitzustellen, die Arbeit zu tun.

Da es keine für die Enzyklopädie verantwortliche Organisation gibt, kann es auch nicht den einen maßgebenden Katalog geben. Stattdessen steht es jedem frei, ein Verzeichnis zu erstellen, genau wie es jedem frei steht zu rezensieren. Entsprechend ihrer Entscheidungen werden Katalogisierer Respekt ernten.

Enzyklopädieseiten werden sicherlich in gewöhnlichen Internetsuchportalen aufgelistet, und jene sind vielleicht die einzigen Kataloge, die erforderlich sein werden. Doch wahre Kataloge sollten Neuverteilung, Übersetzung und Modifikation erlauben ‑ d. h. die Kriterien für Kurse sollten auf Kataloge ebenso zutreffen.

Was sinnvollerweise von Anfang getan werden kann, ist neue Enzyklopädieartikel an eine bestimmte Internetpräsenz zu melden, die die Namen als Ausgangsmaterial für wirkliche Kataloge aufzeichnen kann, wann auch immer irgendjemand mit dem Schreiben anfängt. Um zu beginnen, werden wir vorerst www.GNU.org/encyclopedia/ dafür benutzen.

Verweise zu anderen Seiten.

Die letzte und wichtigste Regel für Seiten in der Enzyklopädie ist die Verwertungsverbot:

„Wenn eine Seite im Internet Informationen abdeckt, die in der Enzyklopädie oder Kursbibliothek enthalten sein sollte, deren Lizenz jedoch zu restriktiv ist um sich zu qualifizieren, dürfen wir keine Verweise aus Enzyklopädieartikeln oder -kursen auf diese Seiten bereitstellen.“

Dieser Regel wird dafür sorgen, dass wir unsere eigenen Regularien beachten, und zwar auf die gleiche Weise wie erwartet wird, dass die [US-amerikanische] Polizei das Verwertungsverbot für illegal gewonnene Beweismittel veranlasst ihre eigenen Vorschriften zu beachten: indem wir keine Werke zulassen, die die Kriterien nicht erfüllen, so als ob sie ihnen entsprechen würden.

Der Gedanke des weltweiten Netzes ist, dass Verweise verschiedene separate Seiten in ein größeres Ganzes binden. Wenn also Enzyklopädieartikel oder -kurse auf eine bestimmte Seite verweisen, machen diese Verweise die Seite effektiv zu einem Teil der Enzyklopädie. Etwas anderes zu behaupten wäre Selbsttäuschung. Wenn wir uns an die oben genannten Kriterien oder welche auch immer ernst nehmen sollen, müssen wir unsere Taten auf ihnen stützen, indem wir keine Seiten in unser Netzwerk von Seiten aufnehmen, wenn sie diesen nicht entsprechen.

Wenn ein Thema eigentlich in der Enzyklopädie oder mit einem Kurs enthalten sein sollte, aber es nicht ist, müssen wir sicherstellen, dass wir nicht vergessen, dass eine Lücke vorhanden ist. Das Verwertungsverbot wird uns daran erinnern. Jedes Mal wenn wir daran denken einen Verweis zu einer inakzeptablen Seite anzulegen und es aufgrund des Verwertungsverbots unterlassen, erinnert das daran, dass jemand eine andere Seite zu diesem Thema schreiben sollte ‑ eine, die frei genug ist, um Teil der Enzyklopädie zu sein. Einer von uns wird die Aufgabe schließlich erledigen.

Andererseits decken viele Internetseiten Material ab, das normalerweise nicht in einer Enzyklopädie einbezogen würde ‑ beispielsweise Fachvorträge, detaillierte statistische Datenbanken, Pressemeldungen, Literatur und Kunst, umfangreiche Bibliographien und Warenkataloge. Solche Seiten sind, unabhängig davon ob sie frei genug sind in der Enzyklopädie enthalten zu sein, außerhalb ihres Rahmens. Sie stellen keine Lücken dar. Es gibt also keinen Grund die Kriterien bei Verweisen zu solchen Seiten anzuwenden.

Eine vollständige Enzyklopädie vorzuzeigen, die die Grundsätze der hier angegebenen Freiheit erfüllt, wird eine Weile dauern. Aber wir stellen sie schließlich fertig ‑ solange wir das Ziel nicht vergessen. Die größte Gefahr besteht darin, dass wir das Ziel aus den Augen verlieren und uns mit weniger zufrieden geben. Die Ausschlussregel stellt sicher, dass wir die ganze Strecke fortfahren.

Die Freiheit beizutragen hochhalten.

Da Bildung zunehmend online in den Mittelpunkt rückt und kommerzialisiert wird, laufen Lehrkräfte sogar Gefahr das Recht zu verlieren, ihre Werke der Öffentlichkeit frei zugänglich zu machen. Einige Hochschulen versuchten bereits Eigentumsansprüche auf Onlinematerialien ihrer Lehrerschaft zu erheben, um daraus kommerzielle „Schulungsunterlagen“ mit beschränkter Nutzung zu machen. Inzwischen haben weitere Hochschulen ihre Onlinedienste an Unternehmen ausgelagert, von denen manche alle Rechte von auf Internetpräsenzen von Hochschulen veröffentlichten Materialien beanspruchen.

Es wird Professorinnen und Professoren obliegen diesem Trend zu widerstehen. Doch dafür gibt es mehr als eine Möglichkeit. Der ersichtlichste Grund für einen Einwand ist zu sagen: „Das ist meine Arbeit, und ich, nicht die Hochschule, habe das Recht diese an ein Unternehmen zu verkaufen, wenn ich möchte.“ Aber das stellt den Lehrkörper auf die gleiche selbstsüchtige moralische Stufe wie die Universität, so dass keine Seite eine moralischen Vorsprung in der Argumentation hat.

Wenn Professoren andererseits sagen, „Ich möchte in der Lage sein meine Arbeit vollständig der Öffentlichkeit ohne Beschränkung zugänglich machen“, dann nehmen sie eine überlegene moralische Position ein, der sich eine Hochschule nur entgegenstellen kann, indem sie sich der Öffentlichkeit stellt ‑ gegen Lernen und gegen Wissenschaft.

Dem Verkauf durch die Hochschule standhalten wird nicht einfach sein. Professoren sollten von jedem Vorteil Gebrauch machen, den sie finden können ‑ vor allem moralischen Vorteilen.

Zwei weitere Punkte, die helfen werden, sind dass (1) einige renommierte Hochschulen wahrscheinlich den größten Teil des Kuchens verschlingen werden, um andere Hochschulen darin zu täuschen, sie würden tatsächlich viel Kapital aus dem Verkauf ihrer selbst schlagen, und dass (2) die Wirtschaft wahrscheinlich sogar die Elite-Hochschulen aus den lukrativsten Teilen des Bereichs jagen wird.

Das Wort verbreiten.

Wenn man einen potenziellen Enzyklopädieartikel oder -kurs veröffentlicht, können, um mitzuhelfen das Wort zu verbreiten und andere zu inspirieren zu helfen, in diesem Vorhaben Verweise angebracht werden.

In Bearbeitung befindliche Arbeiten

Eine kleine (und wahrscheinlich unvollständige) Auswahl freier Enzyklopädien (Stand: 03.2004):


FSF„Unsere Mission ist die Freiheit zu bewahren, zu schützen und zu fördern, um Rechnersoftware nutzen, untersuchen, kopieren, modifizieren und weiterverbreiten zu können und die Rechte von Freie-Software-Nutzern zu verteidigen.“

Die Free Software Foundation ist der organisatorische Hauptsponsor des GNU-Betriebssystems. Unterstützen Sie GNU und die FSF durch den Kauf von Handbüchern und Kleidung, als assoziiertes Mitglied oder mit einer Spende direkt an die FSF oder via Flattr.

Zum Seitenanfang