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BildungFallstudienArgentinienEscuela Cristiana Evangélica de Neuquén (ECEN)

Dieses Werk ist eine Übersetzung aus dem Englischen.

Escuela Cristiana Evangélica de Neuquén (ECEN)

Die folgenden Informationen wurden einem an uns eingesandten Bericht von der Grundschullehrerin Debora Badilla Huento (ECEN) entnommen. Ihr Engagement spielte eine Schlüsselrolle, das Bewusstsein für Freie Software zu sensibilisieren und letztendlich die Schule zu migrieren.

Standort

Neuquén (Stadt), gleichnamige Hauptstadt der Neuquén (Provinz), in der argentinischen Region Patagonien.

Über uns

Wir sind eine private christliche Schule, die Bildung von der Vorschul- bis zur Oberstufe in Übereinstimmung mit staatlichen pädagogischen Vorgaben anbietet.

In Argentinien entwickelt jede Provinz eine eigene Bildungspolitik. Im Falle der Provinz Neuquén ist Informatikunterricht an Grundschulen nicht obligatorisch. Tatsächlich ist Informatik ein Lehrfach außerhalb des Lehrplans.

Motivation

Unsere Schule befürwortet die Ideale Solidarität, Ehrlichkeit, Spitzenleistung in Bildung, Einhaltung des Gesetzes, ständige Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit und Liebe bei allen Alltagsaktivitäten. Proprietäre Software zu nutzen und zu lehren Stand im Gegensatz zu diesen Werten. Schulleiter und Lehrkräfte waren auch von der Softwarelizenzverwaltung und den vielen Beschränkungen überfordert, die die Lizenzbedingungen der Schule auferlegten.

Pädagogische Qualität und langfristigen Ziele wurden ebenfalls während des Entscheidungsprozesses berücksichtigt. Unserem Verständnis nach ist die Ausbildung der Schulerschaft zur Verwendung einer bestimmten Softwaremarke bei weitem nicht der Lehrauftrag einer Schule.

So schafften wir es

Der gesamte Vorgang dauerte vier Jahre: wir fingen 2006 mit allen Arbeitsplatzrechnern, die proprietäre Software verwendeten, an und schlossen im Jahr 2010 mit völlig freien Betriebssystemen und Programmen auf allen Schulrechnern ab, einschließlich der Verwaltung und der Bibliothek.

Der Plan bestand hauptsächlich aus mehreren Maßnahmen, die darauf ausgerichtet waren, das Bewusstsein über philosophische, ethische und sozialpolitische Auswirkungen der Nutzung der Technik zu sensibilisieren. Dieser grundlegende Aspekt wurde beibehalten und während des gesamten Prozesses hervorgehoben und durch die schrittweise Ersetzung vorhandener proprietärer Programme mit freien Softwareprogrammen in die Praxis umgesetzt.

Im ersten Jahr führten wir einige theoretische Kurse ein: Geschichte der Informatik und Einführung in die Rechnerarchitektur. Wir deckten auch rechtliche Softwareaspekte sowie verschiedene Lizenztypen ab und sprachen über das Engagement von Freie-Software-Nutzern und -Entwicklern für die Gemeinschaft.

Lehrkräfte der Ober- und Grundschulstufe sowie der Schulleitung mit -verwaltung und Bibliothek erhielten EDV-Schulungen.

Folgende personelle Ressourcen wurden eingesetzt, um die Migration durchzuführen:

  • 1 Informatiklehrer für die Vorschul- und Grundschulstufen. Dieser Lehrer ist auch für die Rechnerwartung im Klassenzimmer und Qualifikation anderer Lehrkräfte und Schulmitarbeiter bei der Bedienung des Betriebssystems verantwortlich.
  • 5 Informatiklehrer für die Oberstufe.
  • 1 Rechner- und Netzwerktechniker für die Reparatur der Rechner der Oberstufe.
  • 1 beauftragter Freie-Software-Programmierer, um das administrative Verwaltungssystem zu schreiben.
  • 1 beauftragter IT-Professor, um das Schulpersonal zu qualifizieren.

Die Migrationskosten waren erschwinglich und innerhalb des Schulbudgets:

  • Rechner-Reparaturen: Im Jahr 2006 beauftragte ECEN einen EDV-Techniker, dem freie Softwaredokumentation und eine DVD des genutzten Betriebssystems zur Verfügung gestellt wurden. Die Schule arbeitet seitdem mit ihm zusammen.
  • Schulung: 60 Stunden zur Qualifizierung des Schulpersonals.

Engagement für Freie Software

Seit 2010 nutzen wir folgende völlig freie Betriebssysteme (kein Dual-Boot):

  • 22 Rechner in Klassen der Vorschul- und Grundschulstufe (4-12 Jahre)
  • 24 Rechner in Klassen der Oberstufe (13-17 Jahre)
  • 7 Rechner in der Verwaltung
  • 3 Rechner in der Bibliothek
  • 1 Notebook im Filmvorführraum

Einige freie (libre) Programme, die wir nutzen, sind:

Ergebnisse

Wir fanden die Migrationserfahrung durchaus positiv und beschlossen, eine freie Softwareumgebung für alle Arbeitsplatzrechner einzuführen. Im Oktober 2009 sponserte die Schule den Software Freedom Day in San Martín de Los Andes, der Hauptstadt der Provinz Neuquén.

Obwohl es Engagement und Ausdauer erforderte, war der Vorgang angenehm. Nun verbreiten wir was wir gelernt haben, um anderen Bildungseinrichtungen zu helfen.

Wir danken allen Beteiligten für die ausgezeichnete Arbeit bei der Migration.

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