Dieses Werk ist eine Übersetzung aus dem Englischen.
Zu vermeidende Wörter
‑ (oder mit Sorgfalt zu verwendende),
weil sie voreingenommen oder verwechselbar sind
Es gibt einige Wörter und Redewendungen, die empfohlen werden sie ganz oder in bestimmten Zusammenhängen und Gepflogenheiten zu vermeiden. Manche sind mehrdeutig oder irreführend; andere setzen eine Sichtweise voraus, von der wir hoffen, dass Sie anderer Meinung sind.
Alternative | BSD-artig | BSD-Stil | Cloud Computing | Content | Creator | Datenwolke | Diebstahl | Digital Rights Management | Digitale Güter | Digitale Rechteverwaltung (DRM) | Digitale sperren | Entschädigung | Freeware | Frei verfügbar | Für frei | Geistiges Eigentum | Gratissoftware | Geschlossen | Hacker | Inhalt | Kommerziell | Konsumieren | Konsument | LAMP-System | Linux-System | Markt | Monetarisieren | MP3-Player | Ökosystem | Offen | PC | Photoshop | Piraterie | PowerPoint | RAND | Raubkopieren | Schöpfer | Schutz | Software verkaufen | Software verschenken | Softwareindustrie | Trusted Computing | Verbrauchen | Verbraucher | Verkäufer | Vertrauenswürdige Datenverarbeitung | Weitere Aufsätze und Artikel …
Alternative
Wir stellen Freie Software nicht als Alternative dar, weil es ein Ziel zeigt, Freie Software neben proprietärer Software zu haben. Das setzt voraus, dass proprietäre Software legitim ist.
Wir glauben, dass der einzige ethische Weg, um Software zu verbreiten, Freie Software ist. Daher wollen wir Freie Software zu mehr als einer Alternative machen. Unser Ziel ist eine Welt, in der alle Programme frei sind, damit alle ihre Nutzer frei sind.
BSD-artig, BSD-Stil
Die Bezeichnung BSD-artige Lizenz führt zur Verwirrung, weil Lizenzen mit wesentlichen Unterschieden in einen Topf geworfen werden. Beispielsweise ist die ursprüngliche BSD-Lizenz mit der Werbeklausel mit der GNU General Public License unvereinbar, doch die überarbeitete BSD-Lizenz ist vereinbar.
Um Missverständnisse zu vermeiden, empfiehlt es sich, die betreffende Lizenz zu benennen und den vagen Begriff BSD-artig o. ä. zu vermeiden.
Geschlossen[er Quellcode]
Unfreie Software als geschlossen zu beschreiben, bezieht sich eindeutig auf den Begriff Open Source ‚Offener Quellcode‘. Die Freie-Software-Bewegung will nicht mit dem Open-Source-Lager verwechselt werden, daher achten wir darauf Aussagen zu vermeiden, die Menschen ermutigen könnten, uns mit ihnen in einen Topf zu werfen. Beispielsweise vermeiden wir unfreie Software als geschlossene Software zu beschreiben. Wir nennen sie unfreie oder proprietäre Software.
Cloud Computing, Datenwolke
Der Begriff Cloud Computing ‚Datenwolke‘ ist ein Marketingschlagwort ohne klare Bedeutung. Er wird für eine Reihe verschiedener Aktivitäten genutzt, deren einziges gemeinsames Merkmal ist, das Internet für etwas jenseits der Übertragung von Dateien zu nutzen. So ist der Begriff ein Nexus des Wirrwarr. Wenn sich Ihre Gedanken darauf stützen, werden sie vage sein.
Bei genauerer Betrachtung über oder als Antwort auf eine Aussage, die jemand anderes mit Hilfe diesem Begriff gemacht hat, sollte der erste Schritt darin bestehen, das Thema klarzustellen: Worum geht es bei dieser Art von Aktivität wirklich und was ist eine guter, eindeutiger Begriff? Sobald das klar ist, kann die Diskussion auf ein sinnvolles Fazit zusteuern.
Seltsamerweise bemerkte Larry Ellison, ein Entwickler proprietärer Software, auch die Leere des Begriffs Datenwolke. Trotzdem entschied er sich den Begriff zu nutzen, da er ‑ als proprietärer Softwareentwickler ‑ nicht von denselben Idealen motiviert wird, wie wir.
Eine der vielen Bedeutungen von Datenwolke ist die Speicherung Ihrer Daten bei Onlinediensten. Das setzt Sie der Überwachung aus.
Eine andere Bedeutung (die sich überschneidet, aber nicht nicht dasselbe ist) ist Software als ein Dienst (Software-as-a-Service, SaaS), die Ihnen die Kontrolle über Ihre Datenverarbeitung nimmt.
Eine weitere Bedeutung ist die Anmietung eines physischen Remoteservers oder eines virtuellen Servers. Diese können unter bestimmten Umständen in Ordnung sein.
Die NIST-Definition von „Rechnerwolke“ erwähnt drei Szenarien, die verschiedene ethische Fragen aufwerfen: Software als ein Dienst (Software-as-a-Service, SaaS), Plattform als ein Dienst (Platform-as-a-Service, PaaS) und Infrastruktur als ein Dienst (Infrastructure-as-a-Service, IaaS). Allerdings entspricht diese Definition nicht der gemeinsamen Verwendung des Begriffs, da sie nicht die Speicherung von Daten in Online-Diensten beinhaltet.
Der beste Weg, dieses Durcheinander zu vermeiden, ist den Begriff nicht zu verwenden.
Kommerziell
Bitte verwenden Sie kommerziell nicht als Synonym für unfrei. Das wirft zwei völlig verschiedene Sachverhalte durcheinander.
Ein Programm ist kommerziell, wenn es im Rahmen einer unternehmerischen Tätigkeit entwickelt wird. Ein kommerzielles Programm kann, je nach Vertriebsweise, frei oder unfrei sein. Das gilt ebenso für ein von einer Schule oder einer Person entwickeltes Programm. Die beiden Fragen ‑ welche Entität das Programm entwickelte und welche Freiheit ihre Nutzer haben ‑ haben nichts damit zu tun.
Im ersten Jahrzehnt der Freie-Software-Bewegung waren freie Softwarepakete fast immer unkommerziell; Bestandteile des GNU/Linux-Betriebssystems wurden von Personen oder gemeinnützigen Organisationen wie der FSF und Universitäten entwickelt. Später, in den 1990ern, kam freie kommerzielle Software auf den Markt.
Freie kommerzielle Software ist ein Beitrag für unsere Gemeinschaft, der gefördert werden sollte. Aber Personen, die glauben, dass kommerziell soviel wie unfrei bedeutet, tendieren dazu zu denken, dass die Kombination von frei und kommerziell in sich widersprüchlich sei und tun diese Möglichkeit ab. Achten wir darauf, das Wort kommerziell nicht auf diese Weise zu verwenden.
Entschädigung, Ausgleich, Vergütung
Um im Zusammenhang mit Copyright von Entschädigung für Autoren zu sprechen, führt zu der Annahme, dass 1.) Copyright im Interesse der Autoren existiert und 2.) jedes Mal, wann immer wir etwas lesen, wir dem Autor etwas schuldig sind, das wir dann zurückzahlen müssen. Die erste Annahme ist einfach falsch und die zweite unverschämt!
Entschädigung der Rechteinhaber führt zu weiterem Schwindel: die Annahme, es würde bedeuten die Autoren zu bezahlen, was hin und wieder passiert; aber meistens bedeutet es eine Subventionierung derselben Verlage, die uns rücksichtslos Gesetze aufdrängen.
Konsumieren, verbrauchen
Konsumieren bezieht sich darauf, was wir mit Lebensmitteln machen: wir nehmen sie ein und nutzen sie auf eine Weise, die sie verbraucht. In Analogie verwenden wir dasselbe Wort, um das Verwenden anderer Dinge auf eine Art zu beschreiben, die sie verbraucht. Jedoch ist es falsch von konsumieren von Informationen, Musik, Büchern, Software usw. zu sprechen, da deren Nutzung diese nicht verbraucht.
Warum verbreitet sich diese perverse Verwendung? Vielleicht weil die Personen glauben, das sie durch Verwenden eines modischen Begriffs aus der Wirtschaftswissenschaft gebildeter klingen. Jedoch ist die Wirtschaftswissenschaft, auf die sie sich berufen, für die Handlung, über die sie sprechen, ungeeignet. Siehe den folgenden Eintrag.
Konsument, Verbraucher
Der Begriff Verbraucher, wenn verwendet um sich auf die Nutzer einer Datenverarbeitung zu beziehen, wird mit Annahmen belastet, die zurückgewiesen werden sollten. Weder durch die Wiedergabe einer Aufzeichnung noch durch das Ausführen eines Programms wird etwas verbraucht.
Die Begriffe Erzeuger und Verbraucher kommen aus der Wirtschaftslehre und seiner Behandlung materieller Produkte. Daher führt diese Art der Verwendung dazu, bei allem was sie über die Wirtschaftlehre von nicht kopierbaren materiellen Produkten kennen, diese irrtümlicherweise auf kopierbare digitale Daten anzuwenden. Natürlich ist dieser Fehler genau das, was Entwickler proprietärer Software erreichen wollen.
Darüber hinaus setzt Softwarenutzer als Verbraucher zu beschreiben voraus, dass sie nur hilflos auswählen können, was auch immer für „Produkte“ im „Markt“ verfügbar sind. In dieser Denkweise gibt keinen Platz für den Gedanken, dass Benutzer Kontrolle über die genutzte Software ausüben können.
Die beschränkte mit Verbrauchern assoziierte Denkweise führt zu Verbrechen wie dem Consumer Broadband and Digital Television Promotion Act (CBDTPA), das technische Hilfsmittel für eine Digitale Beschränkungsverwaltung (DRM) in jedem digitalen Gerät vorschlug erforderlich zu machen. Wenn Nutzer alles komsumieren, warum sollten sie widersprechen?
Die oberflächlich wirtschaftliche Konzeption von Nutzern als Verbraucher tendiert dazu Hand in Hand mit dem Gedanken zu gehen, dass veröffentlichte Werke bloßer Inhalt sind.
Um Menschen zu beschreiben, die nicht auf die passive Nutzung von Werken beschränkt sind, werden Begriffe wie Personen und Bürger empfohlen ‑ nicht Konsumenten oder Verbraucher.
Content, Inhalt
Möchten Sie ein Gefühl von Bequemlichkeit und Zufriedenheit beschreiben, können Sie selbstverständlich von content ‚zufrieden‘ sprechen, aber das Wort als Nomen zu verwenden, um schriftliche und andere dem Urheberrecht unterliegende Werke [als Content ‚Inhalt‘, A. d. Ü.] zu beschreiben, nimmt ein Verhalten an, das Sie besser vermeiden sollten. Es hält diese Werke für eine Ware, deren Zweck darin besteht, eine Kiste zu füllen und Geld zu machen. Im Endeffekt setzt es die Werke selbst herab.
Häufig sind Verleger diejenigen, die diesen Begriff im Namen der Autoren der Werke (Schöpfer, wie es so schön heißt) benutzen, um auf eine gesteigerte Copyrightmacht zu drängen. Der Begriff Inhalt verrät ihre wirkliche Einstellung zu diesen Werken und ihrer Autoren (siehe Courtney Loves offener Brief an Steve Case (engl.) und suchen im Text nach ‚Content Provider‘. Leider ist sich Frau Love nicht bewusst, dass der Begriff geistiges Eigentum ebenfalls voreingenommen und verwirrend ist).
Doch solange Andere den Begriff Content Provider ‚zufriedene Anbieter‘ verwenden, können politische Dissidenten sich selbst auch Malcontent Provider ‚unzufriedene Anbieter‘ nennen.
Der Begriff Inhaltsverwaltung ‚Content Management‘ bekommt den Preis für Ausdruckslosigkeit. Inhalt ‚Content‘ bedeutet in diesem Zusammenhang irgendeine Art von Information und Verwaltung ‚Management‘ etwas damit zu tun. Also ist ein Inhaltsverwaltungssystem ‚Content Management System‘ ein System, dass etwas mit irgendeiner Art von Information anstellt. Auf nahezu alle Programme trifft diese Beschreibung zu.
Meistens bezieht sich dieser Begriff tatsächlich auf ein System zur Aktualisierung von Seiten eines Webauftritts. Empfohlen wird dafür der Begriff Website Revision System (WRS).
Schöpfer
Der Begriff Schöpfer, wie für Autoren angewandt, implizit den Vergleich mit einer Gottheit (dem Schöpfer). Der Begriff wird von Verlegern verwendet, um die moralische Position der Autoren über den von gewöhnlichen Menschen zu stellen, um eine gesteigerte Copyrightmacht zu rechtfertigen, die die Verleger dann im Namen der Autoren ausüben können. Stattdessen wird empfohlen Autor zu sagen. In vielen Fällen ist jedoch Urheberrechtsinhaber das, was tatsächlich gemeint ist. Diese zwei Bedingungen sind nicht äquivalent: oft ist der Urheberrechtsinhaber nicht der Autor.
Digitale Güter
Der Begriff digitale Güter, wie für Kopien von Werken der Autorschaft genutzt, bringt sie fälschlicherweise mit physischen Gütern in Verbindung ‑ die nicht kopiert werden können und folglich in Mengen hergestellt und verkauft werden müssen. Diese Metapher ermutigt einige dazu, Fragen zu Software oder anderen digitalen Werken aufgrund ihrer Ansichten und Intuitionen über physische Güter zu beurteilen. Es umgibt ebenfalls Probleme im Hinblick auf Ökonomie, deren oberflächlichen und begrenzten Werte nicht Freiheit und Gemeinschaft umfassen.
Digitale Schlösser
Von einigen wird der Begriff Digitale Schlösser verwendet, um auf Digital Restrictions Management ‚Digitale Beschränkungsverwaltung‘ [alias DRM] zu verweisen und zu kritisieren. Das Problem mit diesem Begriff ist, dass er versäumt darzustellen, was mit der Praxis nicht stimmt.
Schlösser sind nicht notwendigerweise ein Unrecht. Sie besitzen wahrscheinlich mehrere Schlösser, wahrscheinlich auch ihre Schlüssel oder Codes; sie können nützlich oder lästig sein, aber, so oder so, Sie werden nicht unterdrückt, weil die Möglichkeit besteht, sie zu öffnen und zu verschließen.
DRM ist wie ein auf Nutzer von jemand anderem platziertes Schloss, der sich weigert, ihnen den Schlüssel zu geben ‑ mit anderen Worten: wie Handschellen. Deshalb nennen wir sie digitale Handschellen, nicht digitale Schlösser.
Eine Reihe von Widerstandskampagnen haben den unklugen Begriff digitale Schlösser gewählt; um die Dinge wieder auf die richtige Spur zurückzubekommen, müssen wir entschieden ablehnen ihnen mit diesem Begriff zu folgen. Wir können eine Kampagne unterstützen, die digitale Schlösser ablehnen, wenn wir in der Sache zustimmen; allerdings, wenn wir unsere Unterstützung erklären, ersetzen wir diesen Begriff deutlich durch digitale Handschellen und sagen warum.
Digitale Rechteverwaltung ‚Digital Rights Management‘
Digitale Rechteverwaltung (engl. abgekürzt DRM, Digital Rights Management) bezieht sich auf technische Mechanismen, die entworfen wurden, um Rechnernutzern Beschränkungen aufzuerlegen. Die Verwendung des Begriffs Rechte ist Propaganda, so konzipiert, um Nutzern unversehens die Sichtweise von wenigen, die Beschränkungen auferlegen, vorzuspiegeln und die breite Öffentlichkeit ignorieren, der diese Beschränkungen auferlegt werden.
Gute Alternativen sind Digitale Beschränkungsverwaltung und digitale Handschellen.
Bitte unterstützen Sie unsere Kampagne zur Abschaffung von DRM.
Ökosystem
Es ist nicht ratsam, die Freie-Software-Gemeinschaft oder jede andere menschliche Gemeinschaft als ein Ökosystem zu beschreiben, weil dieses Wort das Fehlen ethischen Urteils impliziert.
Der Begriff Ökosystem schließt indirekt eine Haltung einer werturteilsfreien Betrachtung ein: nicht fragen, wie was geschehen soll, nur untersuchen und verstehen, was geschieht. In einem Ökosystem konsumieren einige Organismen andere Organismen. In der Ökologie fragen wir nicht, ob es einer Eule recht ist, eine Maus zu fressen oder eine Maus einen Samen, wir beobachten nur, dass sie dies tun. Bevölkerungsgruppen wachsen oder schrumpfen entsprechend den Bedingungen zusammen; das ist weder recht noch unrecht, sondern nur ein ökologisches Phänomen, selbst wenn es so weit geht wie um das Aussterben einer Spezies.
Im Gegensatz dazu können sich Wesen entscheiden, die eine ethische Haltung gegenüber ihrer Umgebung einnehmen, Dinge zu bewahren, die möglicherweise ohne ihre Intervention verschwänden ‑ wie Zivilgesellschaft, Demokratie, Menschenrechte, Frieden, Gesundheitswesen, stabiles Klima, saubere Luft und Wasser, Artenschutz, traditionelle Künste … und die Freiheit von Rechnernutzern.
Für frei
Möchten Sie ausdrücken, dass ein Programm Freie Software ist, dann bitte nicht mit für frei verfügbar. Dieser Begriff bedeutet insbesondere für 0 (null) Preis. Freie Software ist eine Frage der Freiheit, nicht des Preises.
Freie Softwarekopien sind häufig frei erhältlich ‑ beispielsweise durch Herunterladen via FTP. Aber freie Softwarekopien sind ebenfalls zu einem Preis auf CD-ROMs erhältlich; mittlerweile werden proprietäre Softwarekopien gelegentlich gratis bei Werbeaktionen angeboten und einige proprietäre Pakete sind für bestimmte Nutzer normalerweise kostenfrei.
Um eine Verwechslung zu umgehen, können Sie sagen, dass das Programm als Freie Software erhältlich ist.
Frei verfügbar
Verwenden Sie nicht frei verfügbare Software als Synonym für Freie Software. Die Begriffe sind nicht äquivalent. Software ist frei verfügbar, wenn irgendjemand problemlos eine Kopie erhalten kann. Freie Software ist in Bezug auf die Freiheit der Nutzer definiert, die eine Kopie davon haben. Dies sind Antworten auf verschiedene Fragen.
Freeware
Bitte benutzen Sie nicht den Begriff Freeware als Synonym für Freie Software. Freeware wurde in den 1980ern häufig für Programme verwendet, die nur als ausführbare Dateien ohne verfügbaren Quellcode freigegeben waren. Es gibt keine eindeutige Begriffsbestimmung.
Bei Verwendung einer anderen Sprache als Englisch vermeiden Sie bitte das Entlehnen englischer Begriffe wie Free Software oder Freeware. Es ist besser, den Begriff Freie Software zu übersetzen.
Mithilfe eines Wortes in der eigenen Sprache zeigen Sie, dass Sie sich wirklich auf Freiheit beziehen und nicht nur wie ein Papagei ein mysteriöses ausländisches Marketingkonzept nachplappern. Mag sein, dass der Verweis auf Freiheit auf den ersten Blick für Landsleute befremdlich oder störend erscheint; aber sobald erkannt wird, dass er genau das bedeutet, wird wirklich verstanden, worum es geht.
Gratissoftware, Software verschenken
Der Begriff verschenken ist irreführend, um damit ein Programm als Freie Software verbreiten auszudrücken. Diese Redewendung hat dasselbe Problem wie für frei: es wird impliziert, dass es um den Preis geht ‑ nicht um Freiheit. Eine Möglichkeit zur Vermeidung einer Verwechslung wäre, es Freigabe als Freie Software zu nennen.
Hacker
Ein Hacker ist jemand, der spielerische Klugheit genießt ‑ nicht notwendigerweise mit Rechnern. Die Programmierer der alten Freie-Software-Gemeinschaft am MIT der 60er und 70er nannten sich selbst Hacker. Etwa um 1980 entdeckten Journalisten, wie die Hacker-Gemeinschaft die Bezeichnung fälschlicherweise für Sicherheitsbrecher gebrauchte.
Bitte verbreiten Sie diesen Fehler nicht. Personen, die Sicherheitsmechanismen umgehen, sind Cracker.
Geistiges Eigentum
Verlage und Rechtsanwälte beschreiben Copyright gern als geistiges Eigentum ‑ ein Begriff, der auch für Patente, Warenzeichen und andere obskure Rechtsbereiche Anwendung findet. Diese Gesetze haben so wenig gemein und unterscheiden sich so sehr, dass man schlecht beraten ist, sie zu verallgemeinern. Es empfiehlt sich, ausdrücklich über Copyright, Patente oder über Warenzeichen zu sprechen.
Der Begriff geistiges Eigentum führt eine versteckte Annahme mit sich ‑ die Art, um über all diese nicht zueinander passenden Angelegenheiten nachzudenken, basiert auf einer Analogie mit physischen Objekten und unserer Vorstellung als physikalische Eigenschaft.
Wenn es um das Kopieren geht, lässt diese Analogie den entscheidenden Unterschied zwischen materiellen Objekten und Information außer Acht: Informationen können nahezu mühelos kopiert und gemeinsam miteinander ausgetauscht werden, was bei materiellen Objekten nicht möglich sein kann.
Um die Verbreitung unnötiger Vorurteile und um Verwechslung zu vermeiden, empfiehlt es sich, eine entschlossene Praktik einzuschlagen, weder über geistiges Eigentum zu sprechen oder auch nur im Hinblick darauf zu denken.
Die Heuchelei, diese Mächte Rechte zu nennen, beginnt die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) peinlich zu berühren.
LAMP-System
LAMP steht für Linux, Apache, MySQL und PHP: Ein kombinierter Einsatz von Software zur Nutzung auf einem Webserver ‑ mit der Ausnahme, dass sich Linux in diesem Zusammenhang tatsächlich auf das GNU/Linux-System bezieht. Anstelle von LAMP sollte es stattdessen GLAMP heißen: GNU, Linux, Apache MySQL und PHP.
Linux-System
Linux ist der Name des Betriebssystemkerns, den Linus Torvalds seit 1991 entwickelt. Das Betriebssystem, in welchem Linux verwendet wird, ist im Grunde GNU mit hinzugefügtem Linux. Das ganze System „Linux“ zu nennen ist unfair und verwirrt. Um sowohl das GNU-Projekt anerkennend zu erwähnen als auch das Gesamtsystem vom Betriebssystemkern zu unterscheiden, nennen Sie das Gesamtsystem bitte GNU/Linux.
Markt
Es ist irreführend, Freie-Software-Nutzer oder Softwarenutzer im Allgemeinen als Markt zu beschreiben.
Das soll nicht heißen, dass es in der Freie-Software-Gemeinschaft für Märkte keinen Platz gibt. Sind Sie in der Freie-Software-Branche tätig und bieten Unterstützung als Dienstleistung an, dann haben Sie Kunden, mit denen Sie in einem Markt handeln. Solange Sie deren Freiheit respektieren, wünschen wir Ihnen viel Erfolg in Ihrem Markt.
Aber die Freie-Software-Bewegung ist eine soziale Bewegung, kein Geschäft, und der angestrebte Erfolg ist kein Markterfolg. Wir versuchen der Öffentlichkeit dadurch zu dienen, indem wir ihr Freiheit geben ‑ nicht um einem Rivalen konkurrierend das Geschäft wegzuziehen. Diese Kampagne für Freiheit mit den Bemühungen eines bloßen Geschäftserfolgs gleichzusetzen, bedeutet die Wichtigkeit der Freiheit zu leugnen und proprietäre Software zu legitimieren.
Monetarisieren
Die natürliche Bedeutung von monetarisieren ist in Geld umwandeln. Wenn Sie etwas machen und dann in Geld umwandeln, bedeutet das, es bleibt nichts außer Geld übrig, so dass niemand außer Ihnen irgendetwas gewonnen hat und Sie nichts zur Welt beitragen.
Dagegen wandelt ein produktives und ethisches Geschäftsgebaren nicht alle Produkte in Geld um. Ein Teil davon ist ein Beitrag für den Rest der Welt.
MP3-Player
Ende der 1990er wurde es möglich, tragbare, Solid State digitale Audiospieler herzustellen. Die meisten unterstützen den patentierten MP3-Codec, aber nicht alle. Manche unterstützten die patentfreien Audiocodecs Ogg Vorbis und FLAC und können MP3-codierte Dateien möglicherweise nur nicht unterstützen, um genau diese Patente zu vermeiden. Solche Wiedergabegeräte MP3-Spieler zu nennen ist nicht nur verwirrend, es privilegiert das MP3 auch, was wir zurückweisen sollten. Empfohlen werden die Begriffe Digitaler Audiospieler oder einfach Audiospieler, wenn es der Zusammenhang erlaubt.
Offen[er Quellcode]
Bitte vermeiden Sie die Verwendung der Begriffe open ‚offen‘ oder Open Source ‚offener Quellcode‘ als Ersatz für Freie Software. Diese Begriffe beziehen sich auf einen anderen Standpunkt auf Grundlage unterschiedlicher Werte. Freie Software ist eine politische Bewegung; Open Source ist ein Entwicklungsmodell. Bei Bezugnahme auf die Open-Source-Position ist die Verwendung des Namens angebracht; aber bitte verwenden Sie ihn nicht, um das GNU-Projekt oder unsere Arbeit damit abzustempeln ‑ das führt dazu anzunehmen, wir würden diese Ansichten teilen.
PC
Um sich auf eine bestimmte Art von Rechnerhardware zu beziehen, ist es in Ordnung die Abkürzung PC zu benutzen, aber bitte nicht mit der Implikation, dass der Rechner Microsoft Windows ausführt. Wenn Sie GNU/Linux auf demselben Rechner installieren, ist es immer noch ein PC.
Für einen Rechner der Windows ausführt wurde der Begriff WC vorgeschlagen.
Photoshop
Bitte vermeiden Sie den Begriff photoshopen als Verb zu nutzen, um damit jegliche Art von Bildmanipulation oder -bearbeitung auszudrücken. Photoshop ist nur der Name eines bestimmten Bildbearbeitungsprogramms, das vermieden werden sollte, da es proprietär ist. Es gibt viele freie Programme zur Bearbeitung von Bildern, wie GIMP.
Piraterie, Raubkopie
Verlage bringen das Kopieren häufig missbilligend mit Piraterie in Verbindung. Damit wird impliziert, dass es ethisch einem Angriff auf Schiffe auf hoher See gleicht, bei dem Menschen entführt und ermordet werden. Auf Grundlage solcher Propaganda wurden Gesetze in vielen Teilen der Welt erlassen, um das Kopieren in den meisten (oder manchmal unter allen) Umständen zu verbieten (es wird immer noch auf Druck gesetzt, um diese Verbote noch umfassender zu machen).
Wenn Sie nicht glauben, dass das vom Verlag missbilligte Kopieren mit Entführung und Ermordung vergleichbar ist, möchten Sie das Wort Piraterie vielleicht nicht zur Beschreibung verwenden. Neutrale Begriffe wie unerlaubtes Kopieren (oder unerlaubte Vervielfältigung für den Fall, dass es unzulässig ist) können stattdessen genutzt werden. Einige von uns ziehen vielleicht sogar lieber etwas Positiveres wie Austausch von Informationen mit deinen Nächsten vor.
PowerPoint
Bitte vermeiden Sie den Begriff PowerPoint, um jede Form von Folienpräsentation zu beschreiben. PowerPoint ist nur der Name eines bestimmten proprietären Programms, um Präsentationen vorzuführen und es gibt eine Menge freie Alternativen wie LaTeX Beamer class und OpenOffice.org/LibreOffice Impress.
Schutz
Die Rechtsanwälte der Verleger verwenden gerne den Begriff Schutz, um Urheberrecht zu beschreiben. Dieses Wort impliziert die Auswirkung der Zerstörung verhindern oder das Leiden verhindern; deshalb ermutigt es dazu, sich mit dem Eigentümer und Verleger, die vom Urheberrecht profitieren, zu identifizieren, anstatt einer Identifizierung mit den Benutzern, die dadurch beschränkt werden.
Es ist ganz einfach, den Begriff Schutz zu vermeiden und stattdessen neutrale Begriffe zu verwenden. Statt beispielsweise ‚Urheberrechtsschutz dauert eine sehr lange Zeit‘ kann ‚Urheberrecht dauert eine sehr lange Zeit‘ gesagt werden.
Ebenso kann statt ‚urheberrechtlich geschützt‘ einfach ‚urheberrechtlich‘ oder nur ‚Urheberrecht‘ gesagt werden.
Möchten Sie Urheberrecht kritisieren und nicht neutral sein, können Sie den Begriff Urheberrechtbeschränkungen verwenden. Daher kann man sagen, ‚Urheberrechtbeschränkungen dauern eine sehr lange Zeit‘.
Der Begriff Schutz wird auch verwendet, um böswillige Eigenschaften zu beschreiben. Beispielsweise ist Kopierschutz eine Eigenschaft, die das Kopieren stört. Aus Benutzersicht ist das ein Hindernis. Und so könnten wir diese böswillige Eigenschaft Kopierbehinderung nennen. Öfter heißt es auch Digital Restrictions Management ‚Digitale Beschränkungsverwaltung‘ (DRM) ‑ siehe auch die Defective-by-Design-Aktion.
RAND (vernünftige und nichtdiskriminierende [Lizenzierung])
Normungsgremien, die patentbeschränkte Standards verbreiten, die Freie Software verbieten, haben normalerweise eine Politik, Patentlizenzen zu erhalten, die eine feste Gebühr pro Kopie eines konformen Programms erfordern. Häufig wird sich mit den Begriff RAND auf solche Lizenzen bezogen, der für vernünftig und nichtdiskriminierend steht.
Dieser Begriff beschönigt eine Klasse von Patentlizenzen, die normalerweise weder zumutbar noch diskriminierungsfrei sind. Zwar diskriminieren diese Lizenzen keine bestimmte Person, aber sie diskriminieren die Freie-Software-Gemeinschaft, und das macht sie unzumutbar. Somit ist die eine Hälfte des Begriffs RAND trügerisch und die andere Hälfte voreingenommen.
Normungsgremien sollten erkennen, dass diese Lizenzen diskriminierend sind und die Verwendung des Begriffs vernünftig und nichtdiskriminierend oder RAND, um sie zu beschreiben, fallen lassen. Bis dahin würden SchriftstellerInnen gut daran tun, die sich der Schönfärberei nicht anschließen möchten, diesen Begriff zurückzuweisen. Ihn lediglich zu akzeptieren und zu verwenden, weil patent-schwingende Unternehmen ihn weit verbreitet haben, ist jenen Unternehmen zum Ausdruck zu bringen, sich die Ansichten diktieren zu lassen.
Ersatzweise wird der Begriff Einheitliche Gebührenregelung (kurz UFO) empfohlen. Das ist präzise, weil die einzige Bedingung in diesen Lizenzen eine einheitliche Lizenzgebühr ist.
Software verkaufen
Der Begriff Software verkaufen ist mehrdeutig. Genaugenommen ist das Austauschen einer Kopie eines freien Programms gegen einen Geldbetrag verkaufen; meistens wird der Begriff verkaufen aber mit proprietären Beschränkungen bei der anschließenden Softwarenutzung verbunden. Um genau zu sein und ein Durcheinander vorzubeugen, könnte es entweder Vertrieb von Kopien eines Programms gegen eine Gebühr oder bestimmte proprietäre Beschränkungen bei der Nutzung eines Programms heißen, je nachdem was gemeint ist.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in „Freie Software verkaufen“.
Softwareindustrie
Der Begriff Softwareindustrie ermutigt dazu sich vorzustellen, dass Software immer von einer Art Fabrik entwickelt und dann an Verbraucher geliefert wird. Die Freie-Software-Gemeinschaft zeigt, dass dem nicht so ist. Softwareunternehmen sind existent und verschiedene entwickeln freie und/oder unfreie Software, aber diejenigen, die Freie Software entwickeln, werden nicht wie Fabriken geführt.
Der Begriff Industrie wird als Propaganda von Befürwortern von Softwarepatenten eingesetzt. Softwareentwicklung wird Industrie genannt und dann versucht zu argumentieren, dies würde bedeuten, dass es dadurch Patentmonopolen unterworfen sein sollte. Das Europäische Parlament ‑ das Softwarepatente im Jahr 2003 zurückwies ‑ verabschiedete Industrie [im Sinne des Patentrechts] als automatisierte Herstellung materieller Güter zu definieren.
Diebstahl
Copyrightapologeten verwenden oft Wörter wie gestohlen und Diebstahl, um sich auf Urheberrechtsverletzungen zu beziehen. Das ist Blödsinn, aber sie möchten, dass man es für eine objektive Wahrheit hält.
Im Rahmen des US-Rechtssystems ist eine Urheberrechtsverletzung kein Diebstahl. Gesetze über Diebstahl sind nicht auf Urheberrechtsverletzungen anwendbar. Copyrightapologeten appellieren an die Autorität ‑ und stellen falsch dar, was die Autorität sagt.
Um sie zu widerlegen, können Sie auf diesen realen Fall title="Harper Lee verklagt Agenten, um ein Nachtigall-Urheberrecht auszulöschen. The Guardian 2013." hinweisen, der darstellt, was wirklich als „Diebstahl geistigen Eigentums“ beschrieben werden kann.
Das unberechtigte Anfertigen von Kopieren wird durch das Urheberrecht in vielen Fällen (nicht allen!) verboten, aber verboten zu sein macht es nicht falsch. Im Allgemeinen definieren Gesetze nicht Recht und Unrecht. Gesetze versuchen ‑ im besten Fall ‑ Gerechtigkeit umzusetzen. Wenn Gesetze (deren Umsetzung) nicht unseren Vorstellungen von Recht und Unrecht (dem Verdacht) entsprechen, sind die Gesetze das, was sich ändern sollte.
Trusted Computing, Vertrauenswürdige Datenverarbeitung
Vertrauenswürdige Datenverarbeitung ist der von Befürwortern für ein Plan gegebene Name, um Rechner so umzugestalten, damit Anwendungsentwickler dem Rechner des Nutzers vertrauen können, ihnen zu gehorchen ‑ anstelle des Nutzers! Aus deren Sicht ist es vertrauenswürdig, aus Sicht des Nutzers verräterisch.
Verkäufer
Bitte verwenden Sie nicht den Begriff Verkäufer, um sich im Allgemeinen auf irgend jemanden zu beziehen, der Software entwickelt oder Softwarepakete zusammenstellt. Viele Programme werden entwickelt, um Kopien zu verkaufen, und deren Entwickler sind deshalb ihre Verkäufer; das schließt sogar einige freie Softwarepakete ein. Viele Programme werden jedoch von Freiwilligen oder Organisationen entwickelt, die nicht beabsichtigen Kopien verkaufen zu wollen. Diese Entwickler sind keine Verkäufer. Ebenso sind nur einige der Paketersteller von GNU/Linux-Distributionen Verkäufer. Stattdessen wird der allgemeinere Begriff Anbieter empfohlen.
