GNU/Linux: Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch unter Linux und das GNU Projekt, Warum GNU/Linux? und GNU Anwender, die noch nie von GNU gehört haben.
Wenn Menschen uns den Namen GNU/Linux für ein System verwenden und empfehlen sehen, das viele nur „Linux“ nennen, stellen sie viele häufig gestellte Fragen. Hier sind unsere Antworten.
- Warum heißt es GNU/Linux und nicht „Linux“?
- Warum ist der Name wichtig?
- Wie kam es dazu, dass die meisten Menschen das System „Linux“ nennen?
- Sollte immer GNU/Linux statt „Linux“ gesagt werden?
- Wäre Linux genau so erfolgreich gewesen, wenn es kein GNU gegeben hätte?
- Wäre es nicht besser für die Gemeinschaft, wenn man die Menschen mit dieser Aufforderung nicht entzweit?
- Unterstützt das GNU Projekt nicht das individuelle Recht auf Redefreiheit, das System durch einen beliebigen Namen zu benennen, den Einzelne wählen?
- Seit jedem die Rolle von GNU bei der Entwicklung des Systems bekannt ist, ist die Erwähnung von „GNU/“ im Namen noch nötig?
- Seit die Rolle von GNU in diesem System bekannt iat, warum ist es wichtig, welcher Name benutzt wird?
- Ist GNU/Linux mit „Linux“ abzukürzen nicht genauso wie Microsoft Windows mit „Windows“ abzukürzen?
- Ist GNU keine Sammlung von Dienstprogrammen zur Programmierung, die in Linux enthalten ist?
- Was ist der Unterschied zwischen einem Betriebssystem und einem Betriebssystemkern ‚Kernel‘?
- Der Betriebssystemkern eines Systems ist wie das Fundament eines Hauses. Wie kann ein Haus fast komplett sein, wenn es kein Fundament hat?
- Ist der Betriebssystemkern nicht das Gehirn des Systems?
- Ist die meiste Arbeit an einem Betriebssystem nicht das Schreiben des Betriebssystemkerns?
- Wir benennen das Gesamtsystem nach dem Betriebssystemkern, Linux. Ist es nicht normal, ein Betriebssystem nach einem Betriebssystemkern zu benennen?
- Das Problem mit GNU/Linux ist, dass es zu lang ist. Wie wäre es einen kürzeren Namen zu empfehlen?
- Da Linux ein sekundärer Beitrag ist, wäre es falsch, das System tatsächlich einfach „GNU“ zu nennen?
- Für die Nutzung von ‚Linux‘ im Namen eines Produktes würde eine Gebühr entrichtet werden müssen, auch, wenn es ‚GNU/Linux‘ heißt. Ist es falsch, ‚GNU‘ ohne ‚Linux‘ zu verwenden, um die Gebühr zu sparen?
- Viele andere Projekte haben zum heutigen System beigetragen, einschließlich TeX, X11, Apache, Perl und viele weitere Programme. Implizieren die Argumente nicht, dass ihnen auch Anerkennung gebührt (aber zu einem absurd langen Namen führen würde)?
- Zahlreiche andere Projekte haben zum heutigen System beigetragen, aber bestehen nicht auf die Nennung von „XYZ/Linux“. Warum sollte GNU besonders behandelt werden?
- GNU ist nur ein kleiner Anteil vom heutigen System, also warum sollten wir es erwähnen?
- Viele Unternehmen haben zum heutigen System beigetragen. Bedeutet das nicht, es sollte GNU/Red Hat/Novell/Linux genannt werden?
- Warum GNU/Linux statt „GNU Linux“ schreiben?
- Warum GNU/Linux statt „Linux/GNU“?
- Die Distribution wird Fubar Linux genannt. Wird dadurch nicht ausgedrückt, dass es wirklich Linux ist?
- Der offizielle Name der Distribution ist Fubar Linux. Ist es nicht falsch, die Distribution alles andere als „Linux“ zu nennen?
- Wäre es nicht effektiver, Unternehmen wie Mandrake, Red Hat und IBM darum zu bitten, ihre Distributionen GNU/Linux zu nennen, anstatt Einzelpersonen zu fragen?
- Wäre es nicht besser, den Namen GNU/Linux für Distributionen aufzuheben, die komplett aus freier Software bestehen? Schließlich ist das doch das Ideal von GNU.
- Warum wird keine GNU Distribution von Linux verbreitet und diese dann GNU/Linux genannt?
- Warum heißt es nicht einfach „Linux ist der Betriebssystemkern von GNU“, und es wird eine vorhandene Version von GNU/Linux unter dem Namen GNU veröffentlicht?
- Hat das GNU Projekt in den frühen Tagen von Linux die Nutzung verurteilt und sich gegen die Nutzung ausgesprochen?
- Warum wurde so lange gewartet, bevor darum gebeten wurde, den Namen GNU/Linux zu verwenden?
- Sollte die GNU/[Name]-Konvention auf alle Programme angewandt werden, die unter GPL stehen?
- Da vieles von GNU von Unix stammt, sollte GNU nicht „Unix“ namentlich im Namen erwähnen?
- Sollte auch „GNU/BSD“ gesagt werden?
- Wenn GNU Dienstprogramme auf Windows installiert werden, bedeutet das, es wird ein GNU/Windows-System ausgeführt?
- Kann Linux nicht ohne GNU eingesetzt werden?
- Gibt es komplette Linux-Systeme ohne GNU?
- Warum wird das System nicht einfach Linux genannt und damit Linus Torvalds’ Rolle als Aushängeschild unserer Gemeinschaft gestärkt?
- Ist es nicht falsch, Linus Torvalds’ Werk als GNU zu beschriften?
- Ist Linus Torvalds damit einverstanden, dass Linux nur der Betriebssystemkern ist?
- Der Kampf ist bereits verloren ‑ die Gesellschaft hat ihre Entscheidung getroffen und man kann es nicht mehr ändern, warum also noch darüber nachdenken?
- Die Gesellschaft hat ihre Entscheidung getroffen und man kann es nicht mehr ändern, also was nützt es GNU/Linux zu sagen?
- Wäre es nicht besser, das System „Linux“ zu nennen und den wahren Ursprung in einer zehnminütigen Erklärung zu lehren?
- Einige Leute lachen einen aus, wenn man sie bittet, das System GNU/Linux zu nennen. Warum unterwerfen Sie sich [RMS] dieser Behandlung?
- Einige verachten einen, wenn man sie darum bittet das System GNU/Linux zu nennen. Verlieren Sie nicht [RMS], indem Sie sie entfremden?
- Was auch immer beigetragen wurde, ist es legitim, das Betriebssystem umzubenennen?
- Ist es nicht falsch Menschen zu zwingen, das System GNU/Linux zu nennen?
- Warum werden Personen nicht verklagt, die das Gesamtsystem „Linux“ nennen?
- Seit der Einwände gegen die Werbeklausel der ursprünglichen BSD Lizenz den Namen der University of California zu benennen, ist es nicht heuchlerisch, die Benennung des GNU Projekt zu fordern?
- Sollte nicht etwas in die GNU GPL aufgenommen werden, das verlangt, das System GNU zu nennen?
- Da versäumt wurde etwas in die GNU GPL aufzunehmen, das die Bezeichnung GNU für das System verlangt, verdient ihr, was geschah. Warum wird sich jetzt beschwert?
- Wäre es nicht besser nicht zu widersprechen, was so viele glauben?
- Da es viele Leute Linux nennen, macht es das nicht richtig?
- Viele interessieren sich dafür was praktisch ist oder wer gewinnt, nicht um Argumente von richtig oder falsch. Könnte man nicht mehr deren Unterstützung durch einen anderen Weg bekommen?
- Warum heißt es GNU/Linux und nicht „Linux“? (#why)
- Die meisten Betriebssystem-Distributionen, die auf Linux als
Betriebssystemkern basieren, sind im Grunde modifizierte Versionen des
Betriebssystems GNU. Wir begannen 1984 mit der Entwicklung von GNU, Jahre
bevor Linus Torvalds seinen Betriebssystemkern anfing zu schreiben. Unser
Ziel war ein komplett freies Betriebssystem zu entwickeln. Natürlich wurden
nicht alle Teile selbst entwickelt ‑ aber wir hatten eine
Vorreiterrolle. Wir entwickelten die meisten der zentralen Komponenten, die
den größten Einzelbeitrag zum Gesamtsystem bildeten. Die grundlegende Vision
war auch unsere.
Der Fairness halber sollten wir wenigstens die gleiche Erwähnung bekommen.
Siehe Linux und das GNU Projekt und GNU Nutzer, die noch nie von GNU gehört haben für weiterführende Erklärungen und Das GNU Projekt zur Historie.
- Warum ist der Name wichtig? (#whycare)
- Obwohl die Entwickler von Linux, den Betriebssystemkern, zur
Freie-Software-Gemeinschaft beitragen, interessieren sich viele von ihnen
nicht für Freiheit. Menschen, die das Gesamtsystem für Linux halten, neigen
dazu, verwirrt zu sein und weisen jenen Entwicklern eine Rolle in der
Geschichte unserer Gemeinschaft zu, die sie eigentlich gar nicht gespielt
haben. Dann schenken sie den Ansichten jener Entwickler eine übermäßige
Bedeutung.
Das System GNU/Linux zu nennen, erkennt die Rolle, die unser Idealismus beim Aufbau unserer Gemeinschaft gespielt hat an und hilft der Öffentlichkeit, die praktische Bedeutung dieser Ideale zu erkennen.
- Wie kam es dazu, dass die meisten Menschen das System „Linux“ nennen? (#howerror)
- Das System „Linux“ zu nennen ist eine Verwirrung, die sich
schneller als die korrigierende Information verbreitet hat.
Die Leute, die Linux mit dem GNU-System kombinierten, waren sich nicht bewusst, dass es das ist, worauf ihre Tätigkeit hinauslaufen würde. Sie richteten ihre Aufmerksamkeit auf das Stück, das Linux war, und realisierten nicht, dass die Kombination mehr aus GNU bestand. Sie fingen an, das System „Linux“ zu nennen, obwohl dieser Name nicht zu dem passte, was sie hatten. Es dauerte einige Jahre um zu erkennen, was das für ein Problem war und um dann zu bitten, die Gewohnheit zu korrigieren. Bis dahin hatte das Durcheinander schon einen großen Vorsprung.
Die meisten Menschen, die das System „Linux“ nennen, haben noch nie gehört, warum das nicht Richtig ist. Sie sahen andere diesen Namen verwenden und gingen davon aus, er müsste richtig sein. Der Name „Linux“ verbreitet auch ein falsches Bild des Systemursprungs, weil man zu der Annahme neigt, die Systemgeschichte sei so gewesen, wie sie auf diesem Namen passt. Beispielsweise wird häufig angenommen, die Entwicklung von Linus Torvalds hätte 1991 begonnen. Dieses falsche Bild neigt die Idee zu verstärken, dass das System „Linux“ genannt werden sollte.
Viele der hier gestellten Fragen stellen Versuche dar, den Namen zu rechtfertigen, den Benutzer gewohnt sind zu verwenden.
- Sollte immer GNU/Linux statt „Linux“ gesagt werden? (#always)
-
Nicht immer ‑ nur, wenn man über das Gesamtsystem
spricht. Bezieht man sich konkret auf den Betriebssystemkern, sollten Sie es
Linux nennen, den von seinem Entwickler gewählten Namen.
Wenn das Gesamtsystem „Linux“ genannt wird, wird als Konsequenz das Gesamtsystem mit demselben Namen wie der Betriebssystemkern genannt. Dies bewirkt vielerlei Verwirrung, weil nur Experten sagen können, ob eine Aussage über den Systemkern oder das Gesamtsystem gemacht wurde. Indem das Gesamtsystem GNU/Linux und der Betriebssystemkern Linux genannt wird, vermeidet man die Mehrdeutigkeit.
- Wäre Linux genau so erfolgreich gewesen, wenn es kein GNU gegeben hätte? (#linuxalone)
-
In dieser alternativen Welt würde es heute nichts wie das GNU/Linux-System
geben, wahrscheinlich überhaupt kein freies Betriebssystem. Niemand
versuchte in den Achtzigern außer dem GNU Projekt und (später) der CSRG aus
Berkeley, die insbesondere vom GNU Projekt gebeten wurden, ihren Code frei
zu geben, ein freies Betriebssystem zu entwickeln.
Linus Torvalds wurde 1990 teilweise durch einen Vortrag über GNU in Finnland beeinflusst. Es ist möglich, dass er auch ohne diesen Einfluss einen unixartigen Betriebssystemkern geschrieben hätte, aber wäre wahrscheinlich keine Freie Software geworden. Linux wurde, als Linus es erneut unter der GNU GPL veröffentlichte, 1992 frei (siehe Versionshinweise für Version 0.12).
Selbst wenn Torvalds Linux unter einer anderen Freie-Software-Lizenz herausgegeben hätte, ein freier Betriebssystemkern allein hätte in der Welt nicht so viel bewegt. Die Bedeutung von Linux kam davon, in einem größeren Rahmen zu passen, ein komplett freies Betriebssystem: GNU/Linux.
- Wäre es nicht besser für die Gemeinschaft, wenn man die Menschen mit dieser Aufforderung nicht entzweit? (#divide)
-
Indem wir darum bitten, GNU/Linux zu sagen, spalten wir
niemanden. Wir bitten darum, dem GNU Projekt Anerkennung für das GNU
Betriebssystem zu schenken. Dies kritisiert oder verdrängt niemanden.
Es gibt jedoch Menschen, die dies nicht mögen. Manchmal bleiben sie uns die Antwort schuldig. Gelegentlich sind sie so unhöflich, dass man sich fragt, ob sie absichtlich versuchen, uns durch mit Schweigen einzuschüchtern. Es bringt uns nicht zum Schweigen, aber neigt dazu, die Gemeinschaft zu spalten. Deswegen hoffen wir, dass Sie sie überzeugen können aufzuhören.
Aber das ist nur eine sekundäre Ursache der Spaltung in unserer Gemeinschaft. Die größte Spaltung der Gemeinschaft gibt es zwischen Menschen, die Freie Software als eine soziale und ethische Frage zu schätzen wissen und proprietäre Software als soziales Problem verstehen (Unterstützer der Freie-Software-Bewegung) und diejenigen, die nur praktischen Nutzen anführen und Freie Software nur als effizientes Entwicklungsmodell präsentieren (Open-Source-Bewegung).
Diese Meinungsverschiedenheit ist nicht nur eine Namensfrage ‑ es ist eine Frage unterschiedlicher Grundwerte. Es ist wichtig für die Gemeinschaft, diese Meinungsverschiedenheit zu erkennen und darüber nachzudenken. Die Bezeichnungen Freie Software und Open Source sind die Banner der beiden Positionen. Siehe Warum Open Source das Ziel von Freie Software verfehlt.
Die Uneinigkeit über Werte deckt sich zum Teil mit dem Maß an Aufmerksamkeit, die man der Rolle des GNU Projekt in unserer Gemeinschaft schenkt. Menschen, die Freiheit schätzen, nennen das System eher GNU/Linux, und Menschen, die lernen, dass das System GNU/Linux ist, beachten eher unsere philosophischen Argumente für Freiheit und Gemeinschaft (weshalb die Wahl des Systemnamens für die Gesellschaft einen großen Unterschied macht). Allerdings würde die Uneinigkeit wahrscheinlich auch bestehen, wenn jeder den eigentlichen Ursprung des Systems und richtigen Namen kennen würde, weil das ein echter Streitpunkt ist. Er kann nur verschwinden, wenn wir, die Freiheit schätzen, entweder jeden überzeugen (was nicht einfach sein wird) oder vollständig besiegt werden (hoffentlich nicht).
- Unterstützt das GNU Projekt nicht das individuelle Recht auf Redefreiheit, das System durch einen beliebigen Namen zu benennen, den Einzelne wählen? (#freespeech)
- Ja, in der Tat glauben wir, dass man ein Recht auf Redefreiheit hat, dem Betriebssystem jeden Namen zu geben, den man möchte. Wir bitten es GNU/Linux zu nennen, um dem GNU Projekt gerecht zu werden, die Werte der Freiheit zu fördern, für die GNU steht und andere zu informieren, dass diese Werte das System ins Leben gerufen haben.
- Seit jedem die Rolle von GNU bei der Entwicklung des Systems bekannt ist, ist die Erwähnung von „GNU/“ im Namen noch nötig? (#everyoneknows)
- Die Erfahrung zeigt, dass Nutzer des Systems und die Rechner-nutzende
Öffentlichkeit im Allgemeinen oft nichts über das GNU-System wissen. Die
meisten Artikel über das System erwähnen den Namen GNU oder die
Ideale nicht, für die GNU steht. Weitere GNU Nutzer, die noch nie von GNU
gehört haben erläutert weiter.
Die Leute, die das sagen, sind wahrscheinlich Geeks, die an die Geeks denken, die sie kennen. Geeks wissen oft über GNU Bescheid, aber viele haben eine völlig falsche Vorstellung von dem, was GNU ist. Beispielsweise denken viele, es sei eine Sammlung von „Extras“ oder ein Projekt zur Entwicklung von Extras.
Der typische Wortlaut dieser Frage veranschaulicht ein anderes weit verbreitetes Missverständnis. Von „GNUs Rolle“ in der Entwicklung von irgendwas zu sprechen setzt voraus, dass GNU eine Gruppe von Personen wäre. GNU ist ein Betriebssystem. Es wäre sinnvoll, über die Rolle des GNU Projekt in dieser oder einer anderen Aktivität zu sprechen, nicht jedoch von „die von GNU“ zu sprechen.
- Seit die Rolle von GNU in diesem System bekannt iat, warum ist es wichtig, welcher Name benutzt wird? (#everyoneknows2)
- Wenn Worte kein Wissen widerspiegeln, sollten andere nicht unterrichtet werden. Die meisten Menschen, die vom GNU/Linux-System gehört haben, denken es ist „Linux“, es von Linus Torvalds gestartet wurde und es quelloffen „Open Source“ ist. Wenn Sie es ihnen nicht erklären, wer dann?
- Ist GNU/Linux mit „Linux“ abzukürzen nicht genauso wie Microsoft Windows mit „Windows“ abzukürzen? (#windows)
-
Es ist sinnvoll, einen häufig verwendeten Namen abzukürzen, aber nicht, wenn
die Abkürzung irreführend ist.
Fast jeder in den entwickelten Länder weiß wirklich, dass das Windows-System von Microsoft erstellt wurde. Die Abkürzung von Microsoft Windows mit „Windows“ führt also niemanden hinsichtlich Natur und Ursprungs in die Irre. GNU/Linux aber mit „Linux“ abzukürzen, vermittelt eine falsche Vorstellung davon, wo das System her kommt.
Die Frage selbst ist irreführend, weil GNU und Microsoft nicht dasselbe ist. Microsoft ist ein Unternehmen ‑ GNU ein Betriebssystem.
- Ist GNU keine Sammlung von Dienstprogrammen zur Programmierung, die in Linux enthalten ist? (#tools)
-
Menschen, die Linux für ein vollständiges Betriebssystem halten, bekommen
oft eine falsche Vorstellung von dem, was GNU ist, wenn sie überhaupt von
GNU hören. Sie denken vielleicht, GNU wäre der Name einer Sammlung von
Programmen ‑ oft sagen sie
„Programmierwerkzeuge“, da einige unserer Programmierwerkzeuge
auch allein populär wurden. Die Vorstellung, dass GNU der Name
eines Betriebssystems ist, ist schwer in einen konzeptionellen Rahmen
einzufügen, in dem das Betriebssystem mit „Linux“ bezeichnet
wird.
Das GNU Projekt wurde nach dem GNU Betriebssystem benannt ‑ es ist das Projekt das GNU-System zu entwickeln (siehe Ursprüngliche Ankündigung (von 1983)).
Wir entwickelten Programme wie GCC, GNU Emacs, GAS, GLIBC, BASH usw., weil wir sie für das GNU Betriebssystem brauchten. GCC, die GNU-Compiler Collection, ist der Compiler, den wir für das GNU Betriebssystem geschrieben haben. Wir, die vielen Menschen, die am GNU Projekt arbeiten, entwickelten auch Ghostscript, GNUCash, GNU Chess und GNOME für das GNU-System.
- Was ist der Unterschied zwischen einem Betriebssystem und einem Betriebssystemkern ‚Kernel‘? (#osvskernel)
-
Ein Betriebssystem, wie wir den Begriff verwenden, meint eine Sammlung von
Programmen, die ausreichet, den Rechner für verschiedenste Aufgaben zu
benutzen. Ein universelles Betriebssystem sollte, um vollständig zu sein,
alle Aufgaben handhaben können, die viele Benutzer durchführen wollen.
Der Betriebssystemkern ist eines der Programme in einem Betriebssystem ‑ das Programm, das den anderen ausgeführten Programmen die Systemressourcen zuweist. Der Betriebssystemkern kümmert sich auch um das Starten und Stoppen anderer Programme.
Um die Dinge zu verwirren, verwenden Einige die Bezeichnung Betriebssystem und meinen eigentlich den Betriebssystemkern. Die Verwendung beider Begriffe reichen viele Jahre zurück. Die Verwendung von Betriebssystem für den Betriebssystemkern findet sich in vielen Lehrbüchern über den Systementwurf und geht bis in die Achtziger zurück. Zur gleichen Zeit wurde in den Achtzigern das Unix-Betriebssystem verstanden, alle Systemprogramme zu enthalten und Berkeleys Unix-Version enthielt sogar Spiele. Da GNU ein unixartiges Betriebssystem werden sollte, verwendeten wir den Begriff Betriebssystem auf die gleiche Weise.
Meistens, wenn Menschen vom „Linux-Betriebssystem“ sprechen, verwenden sie „Betriebssystem“ in dem Sinne wie wir: Die gesamte Sammlung von Programmen. Wenn Sie sich darauf beziehen, nennen Sie es bitte GNU/Linux. Ist nur der Betriebssystemkern gemeint, ist Linux der richtige Name dafür, aber bitte auch Betriebssystemkern, um die Unklarheit zu vermeiden, welchen Teil der Software gemeint ist.
Wenn Sie einen anderen Begriff wie Systemdistribution anstelle von Betriebssystem für die gesamte Programmsammlung verwenden möchten, ist das schön. Dann würden Sie über GNU/Linux-Distributionen sprechen.
- Der Betriebssystemkern eines Systems ist wie das Fundament eines Hauses. Wie kann ein Haus fast komplett sein, wenn es kein Fundament hat? (#house)
-
Ein Betriebssystemkern ist nicht ganz wie das Fundament eines Hauses, weil
ein Betriebssystem aufzubauen nicht ganz wie das Aufbauen eines Hauses ist.
Ein Haus wird aus vielen kleinen Bauteilen errichtet, die vor Ort zugeschnitten und zusammengefügt werden. Sie müssen gemeinsam von unten nach oben gesetzt werden. Wenn somit das Fundament nicht errichtet wurde, ist ein wesentliches Gewerk nicht errichtet worden; alles was Sie haben, ist ein Loch im Boden.
Im Gegensatz dazu besteht ein Betriebssystem aus komplexen Komponenten, die in beliebiger Reihenfolge entwickelt werden können. Wenn die meisten Komponenten entwickelt wurden, ist die meiste Arbeit erledigt. Das ist viel mehr wie die Internationale Raumstation, als ein Haus. Wenn die meisten Raumstationmodule in der Umlaufbahn sind, aber auf ein anderes wichtiges Modul gewartet werden würde, wäre das wie das GNU-System im Jahr 1992.
- Ist der Betriebssystemkern nicht das Gehirn des Systems? (#brain)
- Ein Rechnersystem ist nicht so wie ein menschlicher Körper, und kein Teil spielt eine mit der des menschlichen Gehirns vergleichbare Rolle.
- Ist die meiste Arbeit an einem Betriebssystem nicht das Schreiben des Betriebssystemkerns? (#kernelmost)
- Nein, viele Komponenten bedeuten eine Menge Arbeit.
- Wir benennen das Gesamtsystem nach dem Betriebssystemkern, Linux. Ist es nicht normal, ein Betriebssystem nach einem Betriebssystemkern zu benennen? (#afterkernel)
-
Diese Praxis scheint sehr selten zu sein ‑ außer dem
Missbrauch des Namens Linux können wir keine anderen Beispiele
finden. Normalerweise wird ein Betriebssystem als ein einheitliches Projekt
entwickelt, und die Entwickler wählen einen Namen für das System als
Ganzes. Der Betriebssystemkern hat gewöhnlich keinen eigenen
Namen ‑ stattdessen sagt man „der Betriebssystemkern
von so-und-so“ oder „der so-und-so-Betriebssystemkern“.
Weil diese beiden Konstruktionen synonym benutzt werden, kann der Ausdruck „der Linux-Betriebssystemkern“ leicht im Sinne von „der Betriebssystemkern von Linux“ missverstanden werden und implizieren, dass Linux mehr als ein Betriebssystemkern sein müsse. Man kann diese Möglichkeit des Missverständnisses vermeiden, indem man „…der Betriebssystemkern, Linux, …“ oder „…Linux, der Betriebssystemkern, …“ sagt oder schreibt.
- Das Problem mit GNU/Linux ist, dass es zu lang ist. Wie wäre es einen kürzeren Namen zu empfehlen? (#long)
-
Eine Zeit lang versuchten wir den Namen „LiGNUx“, der die Wörter
GNU und Linux vereint. Die Reaktion war sehr
schlecht. GNU/Linux wurde viel besser akzeptiert.
Der kürzeste legitime Name für dieses System ist GNU, aber wir nennen es aus den nachstehenden Gründen GNU/Linux (siehe #justgnu).
- Da Linux ein sekundärer Beitrag ist, wäre es falsch, das System tatsächlich einfach GNU zu nennen? (#justgnu)
-
Aufgrund der Tatsachen wäre es nicht falsch, aber nicht die beste
Lösung. Aus folgenden Gründen nennen wir das System
GNU/Linux und nicht nur GNU:
- Es ist nicht genau GNU ‑ es hat einen unterschiedlichen Betriebssystemkern (d. h. Linux). GNU/Linux von GNU zu unterscheiden ist sinnvoll.
- Es wäre unfein darum zu bitten, Linus Torvalds keine Anerkennung zu geben. Er schrieb eine wichtige Komponente des Systems. Wir möchten Anerkennung für die Einführung und Aufrechterhaltung der Systementwicklung, aber das bedeutet nicht, dass wir Linus genauso behandeln sollten wie diejenigen ‑ die das System „Linux“ nennen ‑ uns behandeln. Wir sind mit seinen politischen Ansichten absolut nicht einverstanden, aber wir gehen mit dieser Meinungsverschiedenheit ehrlich und offen um, anstatt zu versuchen, seinen Beitrag zum System nicht anzuerkennen.
- Da viele Menschen das System als „Linux“ kennen, können sie einfach nicht anerkennen, wenn wir ‚GNU‘ sagen vom gleichen System sprechen. Sagen wir ‚GNU/Linux‘, können sie einen Zusammenhang zu dem was sie gehört haben herstellen.
- Für die Nutzung von ‚Linux‘ im Namen eines Produktes würde eine Gebühr entrichtet werden müssen, auch, wenn es ‚GNU/Linux‘ heißt. Ist es falsch, ‚GNU‘ ohne ‚Linux‘ zu verwenden, um die Gebühr zu sparen? (#trademarkfee)
-
Es ist nicht falsch das System GNU zu nennen; im Grunde ist es
das. Es ist schön Linus Torvalds auch einen Teil der Anerkennung zukommen zu
lassen, aber es ist nicht verpflichtend, das zu tun.
Wenn Sie sich auf das System einfach mit GNU beziehen möchten, um die Gebühr für den Namen Linux nicht zahlen zu müssen, werden wir dies nicht kritisieren.
- Viele andere Projekte haben zum heutigen System beigetragen: TeX, X11, Apache, Perl und viele weitere Programme. Implizieren die Argumente nicht auch deren Anerkennung (was aber zu einem absurd langen Namen führen würde)? (#many)
-
Was wir sagen ist, man sollte dem Hauptentwickler des Systems einen Anteil
der Anerkennung geben sollte. Der Hauptentwickler ist das GNU Projekt, und
das System ist grundsätzlich GNU.
Wenn es sogar noch stärker um ‚Ehre, wem Ehre gebührt‘ geht, könnte man glauben, dass einige sekundäre Mitwirkende auch Anerkennung im Namen des Systems verdienen. Wenn dem so ist, dann liegt es uns fern, Einwände dagegen vorzubringen. Wenn Sie beispielsweise glauben, dass X11 Anerkennung im Namen des Systems verdient und es ‚GNU/X11/Linux‘ nennen, bitte sehr. Wenn Sie glauben, dass Perl geradezu nach Erwähnung schreit und es ‚GNU/Linux/Perl‘ schreiben möchten, nur zu.
Da ein langer Name wie zum Beispiel ‚GNU/X11/Apache/Linux/TeX/Perl/Python/FreeCiv‘ absurd wird, musst an einem gewissen Punkt einen Grenze setzen und die Namen der vielen anderen sekundären Beiträge weglassen. Es gibt keine eindeutig richtige Grenze, aber wo auch immer werden wir nicht dagegen argumentieren.
Verschiedene Grenzwerte würden zu verschieden Möglichkeiten für den Namen des Systems führen. Aber ein Name, der sich nicht im Interesse von Fairness und Anerkennung resultieren kann, bei keinem möglichen Grenzwert, ist Linux. Es kann nicht fair sein, die ganze Anerkennung einem sekundären Beitrag (Linux) zu geben, während der Hauptbeitrag (GNU) weggelassen wird.
- Zahlreiche andere Projekte haben zum heutigen System beigetragen, aber bestehen nicht auf die Nennung von „XYZ/Linux“. Warum sollte GNU besonders behandelt werden? (#others)
-
Tausende von Projekten haben Programme entwickelt, die im allgemeinen in
heutigen GNU/Linux-Systemen enthalten sind. Alle verdienen Anerkennung für
ihre Beiträge, aber sie sind nicht die Hauptentwickler des Systems als
Ganzes, also bitten sie nicht, als solche anerkannt zu werden.
GNU ist anders, weil es mehr als nur ein beigetragenes Programm ist, mehr als nur eine Sammlung von beigetragener Programme. GNU ist der Rahmen, worauf das System aufbaut.
- GNU ist nur ein kleiner Anteil vom heutigen System, also warum sollten wir es erwähnen? (#allsmall)
-
Im Jahr 2008 stellten wir fest, dass GNU Pakete 15 % des
Hauptprojektarchivs ‚main‘ der gNewSense GNU/Linux-Distribution
ausmachten. Linux machte 1,5 % aus. Also würde dasselbe Argument noch
stärker dafür gelten, es Linux zu nennen.
GNU ist heutzutage ein kleiner Bruchteil des Systems und Linux ist ein noch kleinerer. Aber sie sind Kern des Systems; das System wurde durch die Kombination beider geschaffen. Dadurch ist der Name GNU/Linux weiterhin angebracht.
- Viele Unternehmen haben zum heutigen System beigetragen. Bedeutet das nicht, es sollte GNU/Red Hat/Novell/Linux genannt werden? (#manycompanies)
-
GNU ist nicht mit Red Hat oder Novell vergleichbar; es ist kein Unternehmen, Organisation oder sogar eine Aktivität. GNU ist ein Betriebssystem (wird vom GNU Projekt gesprochen, bezieht sich das auf das Projekt, das GNU-System zu entwickeln). Das GNU/Linux-System basiert auf GNU, und darum sollte GNU in seinem Namen erscheinen.
Ein Großteil des Beitrags dieser Unternehmen zum GNU/Linux-System liegt im Quellcode, den sie zu verschiedenen GNU Paketen, einschließlich GCC und GNOME, beigetragen haben. ‚GNU/Linux‘ zu sagen gibt den Unternehmen, zusammen mit dem Rest der GNU Entwickler, Anerkennung.
- Warum GNU/Linux statt „GNU Linux“ schreiben? (#whyslash)
-
Nach den Regeln der englischen Sprache wird in der Konstruktion ‚GNU
Linux‘ das Wort Linux durch GNU modifiziert. Dies
kann entweder GNUs Version von Linux oder Linux, welches ein
GNU Paket ist bedeuten. Keine dieser Bedeutungen passt zur vorhandenen
Situation.
Linux ist kein GNU-Paket; das heißt, dass es nicht unter Leitung des GNU-Projekts entwickelt oder speziell zum GNU-Projekt beigesteuert worden ist. Linus Torvalds hat Linux selbstständig geschrieben, als sein eigenes Projekt. Deswegen ist die Bedeutung "Linux, welches ein GNU-Paket ist" nicht richtig.
Wir sprechen nicht von einer GNU-Version von Linux, dem Betriebssystemkern. Das GNU-Projekt hat keine gesonderte Version von Linux. GNU/Linux-Systeme benutzen keine verschiedene Version von Linux; der Haupteinsatz von Linux ist in diesen Systemen, und die Standardversion von Linux wird für sie entwickelt. Also ist "GNUs Version von Linux" auch nicht richtig.
Wir sprechen über eine Version von GNU, dem Betriebssystem, die sich dadurch unterscheidet, dass sie Linux als Betriebssystemkern benutzt. Ein Slash passt, weil er "Kombination" meint. (Denke an "Input/Output".) Dieses System ist die Kombination von GNU und Linux; daher GNU/Linux.
Es gibt andere Möglichkeiten, eine ‚Kombination‘ auszudrücken. Wenn Sie ein Pluszeichen für eindeutiger halten, verwenden Sie es bitte. Im Französischen ist ein Bindestrich eindeutig: ‚GNU-Linux‘ . Auf Spanisch auch ‚GNU con Linux‘ .
- Warum GNU/Linux statt „Linux/GNU“? (#whyorder)
-
Es ist richtig und angemessen, den Hauptbeitrag zuerst zu nennen. Der
GNU-Beitrag zum System ist nicht nur größer als Linux und vorrangiger, wir
haben die gesamte Aktivität überhaupt erst begonnen.
Aber wenn du bevorzugst, das System Linux/GNU zu nennen, ist das viel besser als das, was Leute üblicherweise tun, nämlich GNU vollständig wegzulassen und den Anschein zu erwecken, das Gesamtsystem wäre Linux.
- Die Distribution wird Fubar Linux genannt. Wird dadurch nicht ausgedrückt, dass es wirklich Linux ist? (#distronames)
-
Das zeigt, dass die Leute den verbreiteten Irrtum wiederholen, die die "Irgendwas Linux"-Distribution herstellen.
- Der offizielle Name der Distribution ist Fubar Linux. Ist es nicht falsch, die Distribution alles andere als „Linux“ zu nennen? (#distronames1)
Wenn es ist ihnen erlaubt ist, GNU in "Irgendwas Linux" zu ändern, ist es dir erlaubt, es zurück zu ändern und die Distro "Irgendwas GNU/Linux" zu nennen. Es kann nicht falscher sein, den Fehler zu beheben, als den Fehler zu begehen.
- Wäre es nicht effektiver, Unternehmen wie Mandrake, Red Hat und IBM darum zu bitten, ihre Distributionen GNU/Linux zu nennen, anstatt Einzelpersonen zu fragen? (#companies)
-
Es ist keine Frage des einen oder des anderen ‑ wir bitten
Firmen, Organisationen und Einzelne darum, bei der Verbreitung der
Bezeichnung zu helfen. Tatsächlich haben wir all diese drei Firmen
gefragt. Mandrake benutzt den Begriff GNU/Linux manchmal,
aber IBM und Red Hat waren nicht gewillt, zu helfen. Eine Führungskraft
sagte, "Das ist eine rein kommerzielle Entscheidung; wir erwarten, mehr Geld
zu verdienen, wenn wir es 'Linux' nennen." Mit anderen Worten, diese Firma
scherte sich nicht darum, was richtig ist.
Wir können sie nicht ändern, aber wir sind nicht diejenigen, die aufgeben, nur weil der Weg nicht einfach ist. Du magst nicht so viel Einfluss zur deiner Verfügung haben wie IBM oder Red Hat, aber du kannst dennoch helfen. Zusammen können wir die Situation bis zu dem Punkt ändern, an dem Firmen mehr Gewinn machen, indem sie es GNU/Linux nennen.
- Wäre es nicht besser, den Namen GNU/Linux für Distributionen aufzuheben, die komplett aus freier Software bestehen? Schließlich ist das doch das Ideal von GNU. (#reserve)
-
Die weit verbreitete Praxis, unfreie Software zum GNU/Linux-System
hinzuzufügen, ist ein großes Problem für unsere Gemeinschaft. Die Benutzer
lernen, dass unfreie Software ok und dass die Benutzung dieser ein Teil des
Geistes von „Linux“ sei. Viele
„Linux“-Benutzergruppen machen es zum Teil ihrer Mission,
Benutzern bei der Benutzung von unfreien Zusätzen zu helfen und laden sogar
Händler ein, zu kommen und ihnen etwas anzubieten. Sie verwenden Ziele wie
"den Benutzern von GNU/Linux zu helfen" (einschließlich, ihnen beim Benutzen
von unfreien Applikationen und Treibern zu helfen), oder, das System
bekannter zu machen, sogar auf Kosten der Freiheit.
Die Frage ist, wie man versucht, das zu ändern.
Da der Großteil der diese Version von GNU benutzenden Gemeinschaft schon nicht begreift, dass es eine solche ist, und diese verdorbenen Versionen mit der Begründung ablehnt, dass sie nicht wirklich GNU seien, würde er den Benutzern nicht beibringen, Freiheit mehr zu schätzen. Sie würden nicht die beabsichtigte Botschaft verstehen. Sie würden in erster Linie nur antworten, dass sie nicht gedacht hätten, dass diese Systeme GNU wären.
Der Weg, diese Nutzer dazu zu führen, eine Verbindung mit Freiheit zu sehen, ist das genaue Gegenteil: Man muss sie informieren, dass alle Systemversionen Versionen von GNU sind und alle auf einem System beruhen, das ausdrücklich wegen der Freiheit des Nutzers existiert. Mit diesem Verständnis können sie beginnen Distributionen zu erkennen, die unfreie Software als perverse, verfälschte Versionen von GNU enthalten, anstatt anzunehmen sie seien richtige und angemessene Versionen von Linux.
Es ist sehr nützlich, GNU/Linux-Benutzergruppen zu gründen, die das System GNU/Linux nennen und die Ideale des GNU-Projekts als Basis ihrer Aktivitäten verwenden. Wenn bei der Linux-Benutzergruppe in deiner Umgebung das oben beschriebene Problem besteht, empfehlen wir dir, dich entweder innerhalb dieser Gruppe für eine Änderung ihrer Ausrichtung (und ihres Namens) einzusetzen, oder eine neue Gruppe zu gründen. Die Leute, die sich auf die oberflächlicheren Ziele konzentrieren, haben ein Recht auf ihre Ansichten, aber lass sie dich nicht mitreißen!
- Warum wird keine GNU Distribution von Linux verbreitet und diese dann GNU/Linux genannt? (#gnudist)
-
Eigentlich sind alle „Linux“-Distributionen Versionen des
GNU-Systems mit Linux als Betriebssystemkern. Der Zweck des Ausdrucks
GNU/Linux ist es, diesen Punkt zu kommunizieren. Eine neue
Distribution zu entwickeln und allein diese GNU/Linux zu
nennen, würden die Sache verdecken, auf die es uns ankommt.
Was die Entwicklung einer Distribution von GNU/Linux betrifft, das haben wir schon einmal getan, indem wir die frühe Entwicklung von Debian GNU/Linux finanziell unterstützten. Das jetzt noch einmal zu tun, scheint nicht sinnvoll zu sein; es wäre viel Arbeit und würde auch keinen Zweck haben, wenn die neue Distribution nicht substanzielle praktische Vorteile gegenüber anderen Distributionen hätte.
Stattdessen helfen wir Entwicklern von 100 % freien GNU/Linux-Distributionen wie gNewSense und Ututo.
- Warum heißt es nicht einfach „Linux ist der Betriebssystemkern von GNU“, und es wird eine vorhandene Version von GNU/Linux unter dem Namen GNU veröffentlicht? (#linuxgnu)
-
1992 möge es eine gute Idee gewesen sein, Linux als GNU-Betriebssystemkern
anzunehmen. Wenn wir damals realisiert hätten, wie lange es dauern würde,
den GNU Hurd zum Laufen zu bekommen, dann hätten wir es vielleicht
getan. (Leider, das ist nachträgliche Einsicht.) Heute, da der GNU Hurd
läuft, würde es nicht mehr sinnvoll sein, das zu tun. Wir wollen kein
GNU/Linux-System als GNU herausgeben, weil wir uns darauf
vorbereiten, das wirkliche GNU-System zusammenzupacken und herauszugeben.
Es gibt einen anderen Grund, warum wir keine existierende Version von GNU/Linux nehmen und als GNU umbenennen wollen: Das wäre ein bisschen wie, sich eine Version des GNU-Systems vorzunehmen und diese als „Linux“ zu bezeichnen. Das ist nicht richtig gewesen, und deswegen wollen wir uns nicht so verhalten.
- Hat das GNU Projekt in den frühen Tagen von Linux die Nutzung verurteilt und sich gegen die Nutzung ausgesprochen? (#condemn)
-
Wir übernahmen Linux nicht als unseren Betriebssystemkern, aber wir
verdammten es auch nicht oder widersetzten uns. 1993 begannen wir mit den
Diskussionen über die Maßnahmen, die Entwicklung von Debian GNU/Linux zu
fördern. Wir waren auch danach bestrebt, mit den Leuten zusammen zu
arbeiten, die einige GNU-Pakete für die Benutzung mit Linux änderten. Wir
wollten ihre Änderungen in die Standard-Ausgabe aufnehmen, sodass diese
GNU-Pakete aus dem Stand heraus in Kombination mit Linux funktionieren
würden. Aber die Änderungen waren oft eigens zu einem bestimmten Zweck und
nicht portierbar; für eine Installation mussten sie noch zurechtgemacht
werden.
Die Leute, die die Änderungen gemacht hatten, zeigten wenig Interesse daran, mit uns zusammen zu arbeiten. Einer von ihnen sagte uns sogar, kein Interesse an der Zusammenarbeit mit dem GNU-Projekt zu haben, da er ein "Linux-Benutzer" sei. Das war wie ein Schock, denn normalerweise wollten die Leute, die GNU-Pakete auf andere Systeme portierten, mit uns zusammenarbeiten, um ihre Änderungen installiert zu bekommen. Doch diese Leute, die ein hauptsächlich auf GNU gegründetes System entwickelten, waren die erste (und praktisch noch die einzige) Gruppe, die unwillig gewesen ist, mit uns zusammen zu arbeiten.
Es ist diese Erfahrung, die uns zum ersten Mal zeigte, dass Leute eine Version des GNU-Systems „Linux“ nennen und dass diese Irritation unsere Arbeit behinderte. Dich zu bitten, das System GNU/Linux zu nennen, ist unsere Antwort auf das Problem und auf andere durch die falsche Bezeichnung „Linux“ verursachte Probleme.
- Warum wurde so lange gewartet, bevor darum gebeten wurde, den Namen GNU/Linux zu verwenden? (#wait)
-
Haben wir eigentlich nicht. Wir begannen 1994, darüber mit Entwicklern und Distributoren unter vier Augen zu sprechen, und führten 1996 eine öffentlichere Kampagne durch. Wir werden solange weitermachen, wie es notwendig ist.
- Sollte die GNU/[Name]-Konvention auf alle Programme angewandt werden, die unter GPL stehen? (#allgpled)
-
Wir verweisen auf einzelne Programme nie als "GNU/[Name]". Wenn ein Programm
ein GNU-Paket ist, dürfen wir es "GNU [Name]" nennen.
GNU, das Betriebssystem, besteht aus vielen verschiedenen Programmen. Einige der Programme in GNU sind als Teil des GNU-Projekts geschrieben oder speziell dazu beigesteuert worden; das sind GNU-Pakete, in deren Namen wir oft GNU benutzen.
Es liegt an den Entwicklern eines Programms, zu entscheiden, ob sie es beisteuern und daraus ein GNU-Paket machen wollen. Wenn du ein Programm entwickelt hast und daraus ein GNU-Paket machen willst, bitte schreibe an <gnu@gnu.org>, sodass wir es bewerten und entscheiden können, ob wir es wollen.
Es wäre nicht fair, den Namen GNU auf jedes einzelne Programm zu setzen, das unter GPL herausgegeben wird. Wenn du ein Programm schreibst und es unter GPL herausgibst, heißt das nicht, dass es das GNU-Projekt geschrieben hat oder du es für uns geschrieben hast. Zum Beispiel der Betriebssystemkern, Linux, wird unter der GNU GPL veröffentlicht, aber Linus hat ihn nicht als Teil des GNU-Projekts geschrieben ‑ er hat die Arbeit selbstständig getan. Wenn etwas kein GNU-Paket ist, kann das GNU-Projekt dafür keine Anerkennung bekommen und ein GNU in seinem Namen wäre unangemessen.
Im Gegensatz dazu verdienen wir durchaus die gesamte Anerkennung für das GNU-Betriebssystem als Ganzes, obgleich nicht für jedes einzelne Programm darin. Das System existiert als System aufgrund unseres Entschlusses und unserer Beharrlichkeit. Wir hatten 1984 damit angefangen, Jahre, bevor Linux begonnen wurde.
Das Betriebssystem, in dem Linux bekannt geworden ist, ist im Wesentlichen das Gleiche wie das GNU-Betriebssystem. Es ist nicht ganz das Gleiche, weil es einen unterschiedlichen Betriebssystemkern hat, aber es ist größtenteils das Gleiche. Es ist eine Variante von GNU. Es ist das GNU/Linux-System.
Linux wird weiterhin hauptsächlich in Derivaten dieses Systems benutzt ‑ in den heutigen Versionen des GNU/Linux-Systems. Was diesen Systemen ihre Identität gibt, sind GNU und Linux im Zentrum dieser Systeme, nicht speziell Linux allein.
- Da vieles von GNU von Unix stammt, sollte GNU nicht „Unix“ namentlich im Namen erwähnen? (#unix)
-
Eigentlich kommt nichts aus GNU von Unix. Unix war (und ist immer noch)
proprietäre Software, also wäre es illegal gewesen, etwas aus seinem Codes
in GNU zu benutzen. Das ist kein Zufall; das ist der Grund, warum wir GNU
entwickelt haben: Da man bei der Nutzung von Unix (oder bei einem der
anderen damaligen Betriebssysteme) keine Freiheit haben konnte, brauchten
wir ein freies System, um es zu ersetzen. Wir konnten keine Programme von
Unix kopieren, nicht mal Teile davon; alles musste neu geschrieben werden.
Kein Code in GNU kommen von Unix, aber GNU ist ein Unix-kompatibles System; deswegen kommen viele der Ideen und Spezifikationen von GNU von Unix. Der Name GNU, für GNU's Nicht Unix „GNU's Not Unix“, ist eine humorvolle Art und Weise der Danksagung an Unix und folgt einer Hackertradition der rekursiven Akronyme, die in den Siebzigern begann.
Das erste solcher rekursiven Akronyme war TINT, TINT Ist Nicht TECO „TINT Is Not TECO“. Der Autor von TINT schrieb eine andere Implementierung von TECO (es gab schon viele für verschiedene Systeme). Aber anstatt es mit einem blödsinnigen Namen wie etwas-oder-anderes TECO zu bezeichnen, dachte er an einen klugen, amüsanten Namen (genau das bedeutet Hacken: spielerische Klugheit.)
Andere Hacker hatten so viel Spaß an dem Namen, dass wir den Ansatz übernahmen. Es wurde Tradition, dass, wenn du ein Programm von Grund auf neu schriebst, das einem existierenden Programm ähnelte (stellen wir uns vor, sein Name wäre "Klever"), du ihm den Namen eines rekursiven Akronyms geben konntest, wie zum Beispiel "MINK" für "MINK Ist Nicht Klever". In diesem Geist nannten wir unseren Ersatz für Unix "GNU Ist Nicht Unix."
AT&T, die Unix entwickelten, wollten von niemandem dadurch Anerkennung bekommen, dass jemand den Namen "Unix" im Namen eines ähnlichen Systems benutzt. AT&T wollte das nicht einmal, wenn das System Code von Unix benutzte, oder sogar zu 99% Unix war. AT&T lehnte das so sehr ab, dass es einen wegen Markenverletzung bedroht hätte zu verklagen, wenn man auf diese Weise versucht hätte, AT&T Anerkennung zu zollen. Das ist der Grund, warum jede der vielen, von verschiedenen Computerfirmen produzierten, modifizierten Versionen von Unix (alle genau so proprietär wie Unix) andere Namen hatten.
- Sollte auch „GNU/BSD“ gesagt werden? (#bsd)
-
Wir nennen die BSD-Systeme (FreeBSD, etc.) nicht "GNU/BSD"-Systeme, weil
dieser Ausdruck nicht zur Geschichte der BSD-Systeme passt.
Das BSD-System wurde als unfreie Software in den 80ern von der UC Berkeley entwickelt und wurde in den frühen 90ern frei. Ein heute existierendes, freies Betriebssystem ist nahezu gewiss entweder eine Variante des GNU-Systems oder eine Art BSD-System.
Leute fragen manchmal, ob BSD wie GNU/Linux auch eine Variante von GNU sei. Nein. Die BSD-Entwickler wurden durch das Beispiel des GNU-Projekts dazu angeregt, ihren Code zu freier Software zu machen. Explizite Appelle von GNU-Aktivisten halfen, sie zu überzeugen, damit anzufangen, aber der Code hatte nur wenig Überschneidung mit GNU.
BSD-Systeme benutzen heutzutage einige GNU-Pakete, genau wie die GNU-Systeme und ihre Varianten einige BSD-Programme benutzen; dennoch, als Ganzes gesehen sind sie zwei verschiedene Systeme, die sich getrennt entwickelt haben. Die BSD-Entwickler hatten keinen Betriebssystemkern geschrieben, den sie zum GNU-System hinzufügten. Daher würde ein Name wie GNU/BSD der Lage nicht gerecht werden.
Die Verknüpfung zwischen GNU/Linux und GNU ist viel enger, weswegen der Name GNU/Linux dafür passend ist.
Es gibt eine Version von GNU, die den Betriebssystemkern von NetBSD benutzt. Seine Entwickler nennen sie "Debian GNU/NetBSD", aber "GNU/kernelvonNetBSD" wäre zutreffender, da NetBSD ein vollständiges System ist, nicht nur der Betriebssystemkern. Das ist kein BSD-System, da der Großteil des Systems dem GNU/Linux-System gleicht.
- Wenn GNU Dienstprogramme auf Windows installiert werden, bedeutet das, es wird ein GNU/Windows-System ausgeführt? (#othersys)
- Nicht in dem gleichen Sinne wie bei GNU/Linux. Die Werkzeuge von GNU sind nur ein Teil der GNU-Software, die wiederum nur ein Teil des GNU-Systems ist. Darunter würdest du noch ein anderes, komplettes Betriebssystem finden, das keinen Code mit GNU gemeinsam hat. Alles in allem ist das eine ganz andere Situation als GNU/Linux.
- Kann Linux nicht ohne GNU eingesetzt werden? (#justlinux)
- Es ist möglich, ein Linux als Betriebssystemkern benutzendes System zu bauen, das nicht auf GNU basiert. Man hat mir gesagt, dass es kleine Systeme gibt, die für eingebettete Entwicklung benutzt werden, die Linux enthalten, aber nicht das GNU-System. IBM wird nachgesagt, einmal geplant zu haben, Linux als Betriebssystemkern in AIX einzusetzen. Ob sie das versucht haben oder nicht, theoretisch ist es möglich. Welche Schlussfolgerungen können wir daraus über die Namensgebung der verschiedenen Systeme ziehen?
- Gibt es komplette Linux-Systeme ohne GNU? (#linuxsyswithoutgnu)
-
Es gibt Komplettsysteme, die Linux und nicht GNU enthalten; Android ist ein
Beispiel. Aber es ist ein Fehler, sie „Linux“-Systeme zu nennen.
Android unterscheidet sich sehr vom GNU/Linux-System, weil es sehr wenig vom GNU-System enthält, nur Linux. Insgesamt ist es ein anderes System. Wenn Sie das gesamte System „Linux“ nennen, werden Sie es für notwendig erachten, Dinge zu sagen wie, „Android enthält Linux, aber es nicht Linux, weil es nicht die üblichen Linux [sic]-Bibliotheken und -Dienstprogramme [d. h. das GNU-System]." Android enthält ebensoviel von Linux wie GNU/Linux. Was es nicht enthält, ist das GNU-System. Stattdessen eine Menge Google-Software.
- Warum wird das System nicht einfach Linux genannt und damit Linus Torvalds’ Rolle als Aushängeschild unserer Gemeinschaft gestärkt? (#helplinus)
-
Linus Torvalds ist das "Aushängeschild" (das ist die Wortwahl anderer Leute,
nicht unsere) für seine Ziele, nicht für unsere. Sein Ziel ist es, das
System bekannter zu machen, und er glaubt, dass dessen Wert für die
Gesellschaft bloß in den praktischen Vorteilen liegt, die es bietet: Seine
Leistung, seine Verlässlichkeit und seine einfache Erhältlichkeit. Er ist
nie für die Freiheit zur Zusammenarbeit als ein ethisches Prinzip
eingetreten, weswegen die Öffentlichkeit den Namen „Linux“ nicht
mit diesem Prinzip verbindet.
Linus bekundet öffentlich seine Uneinigkeit mit den Idealen der Freie-Software-Bewegung. Er hat in seinem Job jahrelang unfreie Software entwickelt (und das auch vor einem großen Publikum auf einer „Linux“-World-Show zugegeben). Auch hat er Mitentwickler von Linux, dem Betriebssystemkern, öffentlich zur Benutzung unfreier Software eingeladen, um mit ihm daran zu arbeiten. Er geht sogar weiter, indem er Leute zurechtweist, die vorschlagen, dass Techniker und Wissenschaftler die sozialen Konsequenzen unserer technischen Arbeit berücksichtigen sollten ‑ damit weist er die Lektionen ab, die die Gesellschaft von der Entwicklung der Atombombe gelernt hat.
Es ist nichts falsch daran, ein freies Programm aus Beweggründen des Lernens oder Spaßhabens zu schreiben; der Betriebssystemkern, den Linus aus diesen Gründen geschrieben hat, ist ein wichtiger Beitrag an unsere Gemeinschaft. Aber diese Beweggründe sind nicht der Grund, warum das komplette freie System, GNU/Linux, existiert, und sie werden unsere Freiheit in Zukunft nicht sichern können. Die Öffentlichkeit muss das wissen. Linus hat das Recht, für seine Ansichten zu werben; aber die Leute sollten sich bewusst sein, dass das besagte Betriebssystem von den Idealen der Freiheit abstammt, nicht von seinen Ansichten.
- Ist es nicht falsch, Linus Torvalds’ Werk als GNU zu beschriften? (#claimlinux)
- Es wäre falsch, also machen wir das nicht. Torvalds’ Arbeit ist Linux, der Betriebssystemkern; wir sind darauf bedacht, diese Arbeit nicht dem GNU Projekt zuzuschreiben oder es als ‚GNU‘ beschriftet wird. Wenn wir über das ganze System sprechen, gibt ihm der Name GNU/Linux einen Teil der Anerkennung.
- Ist Linus Torvalds damit einverstanden, dass Linux nur der Betriebssystemkern ist? (#linusagreed)
-
Anfangs erkannte er das. Die frühesten Versionshinweise von Linux sagten: „Die meisten der mit Linux benutzten Werkzeuge sind GNU Software und stehen unter GNU Copyleft. Diese Werkzeuge sind nicht in der Distribution ‑ fragt mich (oder GNU) für weitere Informationen.“
- Der Kampf ist bereits verloren ‑ die Gesellschaft hat ihre Entscheidung getroffen und man kann es nicht mehr ändern, warum also noch darüber nachdenken? (#lost)
- Es ist kein Kampf, es ist eine Kampagne der Bildung und Information. Wie man das System nennt ist keine Einzelentscheidung, die in einem Augenblick von der Gesellschaft gefällt wird: Jede Person, jedes Unternehmen kann entscheiden, welchen Namen sie benutzt. Sie können Anderen nicht vorschreiben GNU/Linux zu sagen, aber Sie können entscheiden, das System GNU/Linux zu nennen ‑ und dadurch andere aufzuklären.
- Die Gesellschaft hat ihre Entscheidung getroffen und man kann es nicht mehr ändern, also was nützt es GNU/Linux zu sagen? (#whatgood)
- Das ist keine Alles-oder-Nichts-Situation: Richtige und falsche Bilder werden mehr oder weniger von verschiedenen Leuten verbreitet. Wenn Sie das System GNU/Linux nennen, helfen Sie Anderen, die wahre Geschichte, den Ursprung und den Grund zu lernen, warum es das System gibt. Sie können diese falsche Bezeichnung nicht überall selbst korrigieren, nicht mehr als wir, aber Sie können helfen. Wenn Sie nur bei ein paar hundert Menschen den Begriff GNU/Linux benutzen, werden eine erhebliche Anzahl mit wenig Aufwand informiert. Und einige werden die Korrektur auf andere Bereiche ausdehnen.
- Wäre es nicht besser, das System „Linux“ zu nennen und den wahren Ursprung in einer zehnminütigen Erklärung zu lehren? (#explain)
-
Wenn Sie uns helfen, es Anderen auf diese Weise zu erklären, bedanken wir
uns für Ihre Bemühungen, aber das ist nicht die beste Methode. Es ist nicht
so effektiv wie das System GNU/Linux zu nennen, und nutzt
Ihre Zeit ineffektiv.
Es ist ineffektiv, weil es vielleicht keine Wirkung hat und sicherlich nicht weitergegeben. Einige derer, die Ihre Erklärung hören, werden aufpassen und vielleicht ein korrektes Bild des Systemursprungs lernen. Aber sie können Anderen die Erklärung wahrscheinlich nicht wiederholen, wenn über das System gesprochen wird. Es wird wahrscheinlich einfach „Linux“ nennen. Ohne es besonders zu beabsichtigen, helfen sie, ein falsches Bild zu verbreiten.
Es ist ineffizient, weil es viel mehr Zeit in Anspruch nimmt. GNU/Linux zu sagen und zu schreiben beansprucht täglich nur ein paar Sekunden, keine Minuten, um auf diese Weise weit mehr Menschen zu erreichen. Beim Schreiben und Sprechen zwischen Linux und GNU/Linux zu unterscheiden, ist bei weitem der einfachste Weg, dem GNU Projekt effektiv zu helfen.
- Einige Leute lachen einen aus, wenn man sie bittet, das System GNU/Linux zu nennen. Warum unterwerfen Sie sich [RMS] dieser Behandlung (#treatment)
-
Das System „Linux“ zu nennen, neigt dazu, ein falsches Bild der
Systemgeschichte und Grund für die Existenz zu geben. Leute, die über unsere
Aufforderung wahrscheinlich lachen, haben dieses falsche Bild
aufgenommen ‑ sie denken, unsere Arbeit wäre von Linus
getan. Deswegen lachen sie, wenn wir um Anerkennung bitten. Wenn sie die
Wahrheit wüssten, würden sie wahrscheinlich nicht lachen.
Warum riskieren wir es, eine Bitte anzubringen, der manchmal dazu führt, dass Leute uns lächerlich machen? Weil es oft nützliche Ergebnisse hat, die dem GNU-Projekt helfen. Um unsere Ziele zu erreichen, gehen wir das Risiko ein, unverdient beschimpft zu werden.
Wenn du eine solche ironischerweise unfaire Situation aufkommen siehst, schau' bitte nicht einfach zu. Bitte erzähle den Lachenden die wirkliche Geschichte. Wenn sie dann sehen, warum die Bitte gerechtfertigt ist, werden diejenigen aufhören zu lachen, die auch nur etwas Verstand haben.
- Einige verachten einen, wenn man sie darum bittet das System GNU/Linux zu nennen. Verlieren Sie nicht [RMS], indem Sie sie entfremden? (#alienate)
-
Nicht viel. Leute, die unsere Rolle in der Entwicklung des Systems nicht
einsehen, werden wahrscheinlich keine echten Bemühungen anstellen, uns zu
helfen. Wenn sie doch Arbeit leisten (zum Beispiel, freie Software
herauszugeben), die unsere Ziele befördert, ist es wahrscheinlich aus
anderen Gründen und nicht, weil wir sie darum gebeten haben. Indem sie
währenddessen Anderen beibringen, unsere Arbeit jemand anderem
zuzuschreiben, untergraben sie unsere Fähigkeit, die Hilfe Anderer
anzuwerben.
Es hat keinen Sinn, sich über abgeschreckte Leute zu ärgern, die sowieso meistens unkooperativ sind. Und es ist selbstvernichtend, von der Korrektur eines Hauptproblems abgehalten zu sein, um die Leute nicht zu verärgern, die es aufrechterhalten. Deswegen werden wir weiter versuchen, die Falschbezeichnung zu korrigieren.
- Was auch immer beigetragen wurde, ist es legitim, das Betriebssystem umzubenennen? (#rename)
- Wir benennen nichts um; wir haben das System GNU genannt, seit wir es 1983 begonnen haben. Die Leute, die versucht haben, es in „Linux“ umzubenennen, hätten das nicht tun sollen.
- Ist es nicht falsch Menschen zu zwingen, das System GNU/Linux zu nennen? (#force)
- Es wäre falsch, sie zu zwingen, und wir versuchen es nicht. Wir nennen das System GNU/Linux und bitten Sie, es auch zu tun.
- Warum werden Personen nicht verklagt, die das Gesamtsystem „Linux“ nennen? (#whynotsue)
- Es gibt keine rechtlichen Grundlagen, um sie zu verklagen. Da wir aber an die Redefreiheit glauben, würden wir das auch gar nicht wollen. Wir bitten die Leute, das System GNU/Linux zu nennen, weil das richtig ist.
- Sollte nicht etwas in die GNU GPL aufgenommen werden, das verlangt, das System GNU zu nennen? (#require)
- Der Zweck der GNU GPL ist es, die Freiheit des Benutzers vor denen zu schützen, die proprietäre Versionen aus freier Software machen würden. Es ist wahr, dass die, die das System „Linux“ nennen, oft Sachen machen, die die Freiheit des Benutzers einschränken (wie zum Beispiel, unfreie Software mit dem GNU/Linux-System zusammenzupacken, oder sogar unfreie Software dafür zu entwickeln). Der bloße Akt hingegen, das System „Linux“ zu nennen, spricht den Benutzern an sich nicht ihre Freiheit ab. Es scheint nicht angemessen, durch die GPL zu beschränken, welchen Namen die Leute für das System benutzen dürfen.
- Seit der Einwände gegen die Werbeklausel der ursprünglichen BSD Lizenz den Namen der University of California zu benennen, ist es nicht heuchlerisch, die Benennung des GNU Projekt zu fordern? (#BSDlicense)
- Es wäre heuchlerisch, den Namen GNU/Linux eine Lizenz erforderlich zu machen, und wir tun es nicht. Wir bitten Sie nur darum, uns die Anerkennung zu geben, die wir verdienen.
- Da versäumt wurde etwas in die GNU GPL aufzunehmen, das die Bezeichnung GNU für das System verlangt, verdient ihr, was geschah. Warum wird sich jetzt beschwert? (#deserve)
-
Die Frage setzt eine eher strittige generelle ethische Prämisse voraus:
Dass, wenn Menschen dich nicht zwingen, sie fair zu behandeln, du dann
berechtigt bist, sie nach Belieben auszunutzen. Mit anderen Worten, dass
Macht Recht schafft.
Wir hoffen, dass du genau wie wir dieser Prämisse nicht zustimmst.
- Wäre es nicht besser nicht zu widersprechen, was so viele glauben? (#contradict)
-
Wir glauben nicht, dass wir uns einer großen Anzahl von Menschen anschließen
sollten, die irregeführt worden sind. Wir hoffen, dass auch du dich
entscheidest, dass Wahrheit wichtig ist.
Wir hätten nie ein freies Betriebssystem entwickeln können, ohne erst den Glauben vieler Leute abzulehnen, dass proprietäre Software legitim und hinnehmbar wäre.
- Da es viele Leute Linux nennen, macht es das nicht richtig? (#somanyright)
- Wir glauben nicht, dass die Popularität eines Fehlers diesen richtig macht.
- Viele interessieren sich dafür was praktisch ist oder wer gewinnt, nicht um Argumente von richtig oder falsch. Könnte man nicht mehr deren Unterstützung durch einen anderen Weg bekommen? (#winning)
-
Sich nur dafür zu interessieren, was praktisch ist oder wer gewinnt, ist
eine unmoralische Lebensanschauung. Unfreie Software ist ein Beispiel dieser
unmoralischen Anschauung und zieht daraus einen großen Gewinn. Deswegen ist
es langfristig selbstvernichtend, uns dieser Anschauung zu unterwerfen. Wir
werden weiterhin in den Kategorien richtig und falsch sprechen.
Wir hoffen, dass Sie einer von denjenigen sind, für die richtig und falsch zählen.